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Das Ignorieren unserer Situation hat Konzequenzen

Newsletter #12

Mental Health, Abstract, Anatomy, Art, Axons, Biology

Unsere regelmäßigen Treffen bieten uns weiterhin eine Plattform, unsere Probleme auszutauschen. Aktuell sind gesundheitliche Anliegen das Top-Thema. So viele Frauen teilen ihre Alltagserfahrungen in Deutschland.  In den Lagern leben die Frauen in Schmerz und Verzweiflung und niemand scheint sie bei der Lösung ihrer Probleme zu unterstützen.

Haben Sie jemals darüber nachgedacht, wie sie gesundheitlich versorgt werden? So viele Flüchtlingsfrauen haben kein Recht auf Versicherungsleistungen und bekommen nur vorläufige Kostenübernahmen, die nur Minimalbehandlung erlauben. Die meisten Frauen leiden unter gynäkologischen Problemen und bekommen keinerlei medizinische Aufmerksamkeit, da die meisten Gynäkolog_innen nicht wissen, wie sie Behandlungen abrechnen sollen und den Frauen dadurch schwere Zeiten mit ihren Körpern bescheren. Andere werden gezwungen, Kaiserschnitte machen zu lassen, selbst wenn sie eigentlich auf natürlichem Weg gebären könnten.

Haben Sie je darüber nachgedacht, wie das Leben wäre, wenn es Gleichbehandlung für alle Frauen gäbe? Dies könnte zu einem Rückgang vermeidbarer Gesundheitsprobleme führen, mit denen Flüchtlingsfrauen im Lager konfrontiert sind, wenn sie die Toiletten und Waschräume mit Männern teilen müssen, was zu mehr gynäkologischen Problemen führt, da Frauen anfälliger für Bakterien und daraus resultierenden Infektionen sind, gerade wenn sie ihre Periode haben.

Dies ist einer der Gründe, warum wir immer wieder auf unsere Kampagne “Keine Lager für Frauen und Kinder!” zurückkommen.
Während unserer vielfältigen Empowerment-Workshops schreien viele Frauen auf, nachdem sie realisiert haben, dass sie als Frauen immer doppelt Opfer der Flüchtlingsgesetze sind. Und zwar in Deutschland, aber auch vor ihrer Ankunft hier. Sie realisieren dies, nachdem die meisten ihre Erfahrungen auf den verschiedenen Fluchtrouten geteilt haben und eine von vielen erklärte, wie ihr Leben bis hierher verlaufen ist.

Eine junge Frau aus Eritrea wusste von nichts, bis ihr im Sudan von Schmugglern nahegelegt wurde, sich ein Verhütungsimplantat einsetzen zu lassen, da sie damit rechnen müsse, auf ihrem Weg mehrfach vergewaltigt zu werden.  Sie war schockiert, aber alle Frauen wurden gezwungen, dies zu tun. Das Verhütungsmittel sollte für ein Jahr halten, was sie angesetzte Zeitspanne war, um ihr Zielland zu erreichen. Sie stand all diese Schwierigkeiten durch und kam endlich in Deutschland an, wo sie hoffte, sicher und geschützt zu sein. Und dennoch: Sie begann, an schweren Blutungen zu leiden und suchte Rat bei einem Gynäkologen, dem sie erklärte, was ihr zugestoßen war. Aber irgendwie war die Rückmeldung des Artztes noch verletzender, als ihr Zustand selbst. Der Gynäkologe sagte ihr, dass Verhütung eine private Entscheidung sei und weder die AOK noch irgendeine andere Kasse für die Herausnahme des Implantats bezahlen würde.

Die Flüchtlingsfrau versuchte die Risiken zu erklären, dass sie ein Kind ohne Vater durch eine Vergewaltigung während ihrer Flucht hätte haben können, aber der Artzt verstand sie nicht. Sie war also gezwungen, das Implantat im Arm zu behalten, dessen Zeitspanne nun ablief und ihren Arm ernsthaft beeinträchtigte. In dieser Situation entschied sie sich, uns um Hilfe zu bitten. Wir versuchen ihr nicht nur zu helfen, eine solidarische Ärtztin zufinden, die das Implantat entfernt, sondern ihr auch einen Therapieplatz vermittelt, damit sie das Trauma, das sie erfährt, überwinden kann.

Dies ist nur ein Fall und viele Frauen in ähnlicher Situation haben immer noch keine Perspektiven, wie sie ihre Probleme lösen können. Wir können nicht alles Frauen in derartigem Zustand helfen und rufen die Verantwortlichen auf, solche Probleme nicht als persönlichen Wunsch der Familienplanung abzutun. Geflüchtete Frauen “entscheiden” sich nicht dazu, solche Impantate einsetzen zu lassen, sondern werden von der europäischen Politik dazu gezwungen, die es unmöglich macht, sicher nach Europa zu kommen. Diese Politik führt dazu, dass wir manchmal zu verzweifelten Maßnahmen greifen müssen.

Medizinisch verschlimmert sich unser Zustand, wenn wir ignoriert werden. Es wird letztlich teurer, als eine gute und sensible Behandlung von Anfang an.

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