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{"id":2402,"date":"2015-04-26T14:52:25","date_gmt":"2015-04-26T12:52:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.women-in-exile.net\/?p=2402"},"modified":"2023-12-30T13:58:33","modified_gmt":"2023-12-30T12:58:33","slug":"das-wahre-gesicht-der-europaeischen-menschenrechtspolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.women-in-exile.net\/en\/allgemein\/das-wahre-gesicht-der-europaeischen-menschenrechtspolitik\/","title":{"rendered":"Das wahre Gesicht der Europ\u00e4ischen \u201cMenschenrechtspolitik\u201d"},"content":{"rendered":"<p><strong>English here:<\/strong>\u00a0 <a href=\"http:\/\/women-in-exile.net\/2015\/04\/26\/the-true-colours-of-european-human-rights-politics-on-refugees\/\"><strong>The true colours of European human rights politics on refugees<\/strong><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2400\" src=\"https:\/\/www.women-in-exile.net\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/24_04_15_schulstreik-e1430051934227.jpg\" alt=\"24_04_15_Schulstreik\" width=\"250\" height=\"167\" \/><strong>Wir dokumentieren hier unseren Redebeitrag zur Demo des <a href=\"https:\/\/refugeeschulstreik.wordpress.com\/2015\/04\/25\/pressemitteilung-nach-dem-refugee-schul-und-unistreik-am-24-04-2015\/\"><strong>Refugee Schulstreik Berlin<\/strong><\/a> am 24.04.2015:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Ereignisse der letzten zwei Wochen zeigen uns ein weiteres Mal das wahre Gesicht der Europ\u00e4ischen \u201cMenschenrechtspolitik\u201d in Bezug auf Fl\u00fcchtlinge. Nehmen wir uns eine Minute Zeit und denken wir dar\u00fcber nach, was es hei\u00dft, vor verschiedenen Gefahren und Umst\u00e4nden zu fliehen:<\/strong><br \/>\nEs bedeutet, dass Du nach Freiheit von dem suchst, vor dem Du fliehst. Das kann Krieg sein, Hunger, das Fehlen einer verantwortungsbewussten Regierung, \u00f6konomische Not. Wie uns eine Frau, die mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern das Mittelmeer \u00fcberquert hat, k\u00fcrzlich erz\u00e4hlt hat, ist die Angst so gro\u00df, dass man die Gefahr der \u00dcberquerung gar nicht wahrnimmt. Du stirbst entweder durch die eine oder die andere Gefahr, im Meer oder durch den Krieg und Hunger, vor dem Du fliehst.<br \/>\n<strong>Wenn Du eine der Gl\u00fccklichen bist, die die Gefahr \u00fcberleben und es schaffst, nach Deutschland einzureisen,<\/strong> dann wirst Du isoliert in abgelegenen Gegenden, in denen Du rassistischen Angriffen ausgesetzt bist.<br \/>\nDir werden 6m\u00b2 zugeteilt. <!--more--><br \/>\nDie Konsequenz dieser ganzen Umst\u00e4nde ist Depression. Entweder wegen der unmenschlichen Lebensbedingungen im Lager oder wegen einer zu erwartenden Abschiebung im Dublin-III-Verfahren und einem Arbeitsverbot.<br \/>\nIst die deutsche Regierung wirklich so hilflos, dass sie diese prek\u00e4re Situation nicht verbessert? Oder gibt es einfach \u00fcberhaupt keinen politischen Willen, die Lebensbedingungen von Fl\u00fcchtlingen zu verbessern, weil die Leitidee ist, sie so schnell wie m\u00f6glich loszuwerden und abzuschieben?<br \/>\nIm Kontrast zu der Politik der deutschen Regierung sind wir dankbar f\u00fcr all die Willkommensinitiativen, antirassistische, feministische und Menschenrechtsorganisationen in unterschiedlichen Teilen dieses Landes, die Fl\u00fcchtlinge und Illegalisierte unterst\u00fctzen und versuchen, das Leben ertr\u00e4glich zu machen f\u00fcr uns, die wir in diesem Zustand leben.<br \/>\nAls ob diese bisher genannten Bedingungen nicht schlimm genug w\u00e4ren, erleben wir au\u00dferdem physische Gewalt in den Lagern. Wenn \u00fcberhaupt in solchen F\u00e4llen Konsequenzen gezogen werden, wird oft einfach der Angreifer aus dem einen Lager in ein anderes verlegt. Das bedeutet, dass diese Person dann immer noch eine Gefahr f\u00fcr Frauen und Kinder darstellt.<br \/>\nZus\u00e4tzlich dazu m\u00fcssen wir jeden Tag neu mit folgenden Dingen k\u00e4mpfen: Keine Privatsph\u00e4re, unaushaltbare hygienische Zust\u00e4nde der Gemeinschafts-Badezimmer und -Toiletten und mit den Regeln im jeweiligen \u201eHeim\u201c \u2013 diese erlauben uns zum Beispiel nicht, Besucher_innen zu empfangen oder manchmal, wenn es erlaubt ist, werden wir dazu gezwungen, f\u00fcr sie zu bezahlen. Wir m\u00fcssen auch mit Angst leben und der Tatsache, dass unser Leben durch diskriminierende Gesetze buchst\u00e4blich diktiert wird.<br \/>\n<strong>Wie lange noch wird Angst unsere Leben bestimmen? <\/strong>W\u00e4hrend der langen Reise nach Europa sind wir vielen Risiken ausgesetzt. Angst ist die Begleiterin jeder einzelnen Grenz\u00fcberquerung, die wir versuchen und diese Angst wird noch st\u00e4rker, wenn wir es tats\u00e4chlich schaffen. Wir leben in permanenter Furcht vor Abschiebung. Angst, innerhalb der EU abgeschoben zu werden von einem sogenannten \u201csicheren\u201d Staat in einen anderen. Und das immer wieder. Und Angst, vor den noch schlimmeren Lebensbedingungen in solchen L\u00e4ndern wie Griechenland, Bulgarien oder Polen. Wir k\u00e4mpfen jeden Tag mit der Angst vor physischen Angriffen und rassistischen Anschl\u00e4gen auf den Stra\u00dfen Europas. Jeden Tag m\u00fcssen alle von uns mit all diesen \u00c4ngsten k\u00e4mpfen.<br \/>\nFl\u00fcchtlingsfrauen sind zweimal Opfer dieser Umst\u00e4nde und Lebensbedingungen. Sie leiden am meisten, denn sie sind die, die Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernehmen, dass ihre Familie unter solchen Umst\u00e4nden zusammenh\u00e4lt. Zus\u00e4tzlich bei\u00dfen sie sich nicht nur als Fl\u00fcchtlinge oder Illegalisierte durch, sondern auch als Frauen. <strong>Darum sagen wir immer wieder:<br \/>\n\u201cKeine Lager f\u00fcr Frauen! Alle Lager abschaffen!\u201d<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Regierung tut alles in ihrer Macht stehende, eine Festung Europa zu bauen, in die nur die Fl\u00fcchtlinge, die als \u00f6konomisch verwertbar gelten, hineinkommen k\u00f6nnen. Der Rest wird entweder direkt ins jeweilige Herkunftsland abgeschoben oder in ein anderes europ\u00e4isches Land im Zuge der Dublin-III-Verordnung.<\/p>\n<p>Wir fordern von der Bundesregierung:<br \/>\nMacht endlich Schluss mit eurer Politik, Fl\u00fcchtlinge daran zu hindern, nach Deutschland zu kommen oder sie zu zwingen, direkt wieder das Land zu verlassen \u2013 diese Politik endet in tausendfachem Tod!<br \/>\nH\u00f6rt auf damit, Fl\u00fcchtlinge zu schikanieren und lasst sie ein menschenw\u00fcrdiges Leben leben!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>English here:\u00a0 The true colours of European human rights politics on refugees Wir dokumentieren hier unseren Redebeitrag zur Demo des Refugee Schulstreik Berlin am 24.04.2015: Die Ereignisse der letzten zwei Wochen zeigen uns ein weiteres Mal das wahre Gesicht der Europ\u00e4ischen \u201cMenschenrechtspolitik\u201d in Bezug auf Fl\u00fcchtlinge. 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