{"id":395,"date":"2013-10-18T01:31:54","date_gmt":"2013-10-17T23:31:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.women-in-exile.net\/?p=395"},"modified":"2023-12-30T13:58:35","modified_gmt":"2023-12-30T12:58:35","slug":"die-kampagne-keine-lager-fuer-frauen-alle-lager-abschaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.women-in-exile.net\/en\/allgemein\/die-kampagne-keine-lager-fuer-frauen-alle-lager-abschaffen\/","title":{"rendered":"Die Kampagne \u201eKeine Lager f\u00fcr Frauen! Alle Lager abschaffen!\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" alt=\"8.rzdemopotd20112_kl\" src=\"https:\/\/www.women-in-exile.net\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/8.rzdemopotd20112_kl-e1422023987928.jpg\" width=\"527\" height=\"302\" \/><\/p>\n<p class=\"hyphenate text\" lang=\"de\">Im Jahr 2002 finden sich Fl\u00fcchtlingsfrauen in Brandenburg zusammen und engagieren sich gemeinsam f\u00fcr ihre Rechte. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass sie als Frauen doppelt Opfer von Diskriminierung sind: Sie werden als Asylbewerberinnen durch rassistische Gesetze ausgegrenzt und als Frauen diskriminiert. Die Aktivistinnen von <strong>Women in Exile<\/strong> organisieren Seminare und Treffen in den \u201eHeimen\u201c in Brandenburg. Sie wollen Fl\u00fcchtlingsfrauen offensive Unterst\u00fctzung aus der Perspektive von Betroffenen anbieten.<br \/>\nEnde 2010 entscheiden sie, sich auf den Kampf gegen Lager zu konzentrieren. Aus eigener Erfahrung wissen sie, dass die Unterbringung in Lagern f\u00fcr Frauen eines der gr\u00f6\u00dften Probleme ist.<br \/>\nIn einem Memorandum beschreibt Women in Exile, was das Leben im Lager f\u00fcr Frauen bedeutet: <!--more-->Isolation und Ausgrenzung, keine Privatsph\u00e4re haben, unter schlechten hygienischen Bedingungen leiden, N\u00e4chte ohne Schlaf, die Sorge um das Wohl der Kinder und sich nie sicher f\u00fchlen. Auch \u00dcbergriffe des Heimpersonals werden benannt: \u201eMitarbeiter der Sammelunterk\u00fcnfte missachten unsere Privatsph\u00e4re, indem sie die Zimmer w\u00e4hrend unserer Abwesenheit betreten oder sich (\u2026) mit dem Generalschl\u00fcssel Zugang zu Wohnr\u00e4umen verschaffen, ohne anzuklopfen\u201c Die naheliegenden politischen Forderungen, die sich daraus ergeben: \u201e<em>Wir fordern: Frauen und Kinder m\u00fcssen in Wohnungen in ihren Wohnorten untergebracht werden. Die Sammelunterk\u00fcnfte m\u00fcssen mit sofortiger Wirkung geschlossen werden.<\/em>\u201c<br \/>\nSchnell finden sich Unterst\u00fctzerinnen. Im B\u00fcndnis <strong>Women in Exile &amp; Sisters &amp; Friends<\/strong> wird die Kampagne gestartet und zum Auftakt findet am 8.3.2011 ein Treffen mit dem Sozialminister Brandenburgs, G\u00fcnter Baaske, und eine gro\u00dfe Demonstration in Potsdam statt.<br \/>\nMinister Baaske \u00e4u\u00dfert sich best\u00fcrzt \u00fcber die Zust\u00e4nde, die die Frauen ihm schildern, und verspricht f\u00fcr eine Verbesserung der Situation in den Gemeinschaftsunterk\u00fcnften zu sorgen. Im Sommer 2011 verschickt das Sozialministerium ein Rundschreiben und informiert die MitarbeiterInnen der Sammelunterk\u00fcnfte \u00fcber das Recht auf ein Minimum an Privatsph\u00e4re: Sie d\u00fcrfen die R\u00e4ume der BewohnerInnen nicht ohne ihre Erlaubnis betreten.<br \/>\nLeider ist dieses Rundschreiben bisher die einzige sp\u00fcrbare Verbesserung in Brandenburg. Ansonsten gibt es seit dem Fr\u00fchjahr 2011 immer neue Beschl\u00fcsse des Landtags, die die Unterbringungssituation von Fl\u00fcchtlingen verbessern sollen: Mal sollen die Mindeststandards f\u00fcr Sammelunterk\u00fcnfte verbessert werden, mal soll ein Unterbringungskonzept erarbeitet werden. An der Realit\u00e4t in den Lagern \u00e4ndern diese Beschl\u00fcsse nichts. Konkrete Schritte, z.&nbsp;B. die \u00c4nderung des Landesaufnahmegesetzes, werden verschoben \u2013 auf die n\u00e4chste Legislaturperiode.<br \/>\nDeshalb bleibt die Wohnsituation in \u00fcberf\u00fcllten Lagern katastrophal: Immer noch sind sechs Quadratmeter Wohnfl\u00e4che pro Person der Standard in Brandenburg. Und immer noch werden neue Sammelunterk\u00fcnfte nach den gleichen Vorgaben eingerichtet.<br \/>\n<strong>Da bleibt noch viel zu tun.<\/strong><\/p>\n<p>Mehr Informationen \u00fcber Women in Exile und die Kampagne findet ihr: <a href=\"https:\/\/www.women-in-exile.net\/\">hier <img decoding=\"async\" class=\"alignnone\" alt=\"external\" src=\"https:\/\/www.women-in-exile.net\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/external.png\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2002 finden sich Fl\u00fcchtlingsfrauen in Brandenburg zusammen und engagieren sich gemeinsam f\u00fcr ihre Rechte. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass sie als Frauen doppelt Opfer von Diskriminierung sind: Sie werden als Asylbewerberinnen durch rassistische Gesetze ausgegrenzt und als Frauen diskriminiert. 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