{"id":899,"date":"2014-03-13T12:41:48","date_gmt":"2014-03-13T10:41:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.women-in-exile.net\/?p=899"},"modified":"2014-03-13T12:41:48","modified_gmt":"2014-03-13T10:41:48","slug":"for-a-radical-leftist-queer-feminist-perspektive-on-the-international-womens-day","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.women-in-exile.net\/en\/netzwerk\/for-a-radical-leftist-queer-feminist-perspektive-on-the-international-womens-day\/","title":{"rendered":"for a radical leftist queer-feminist perspektive on the international womens day"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><strong>Statement &#8220;QUEER_FEMINISTISCHE AKTIONSGRUPPE&#8221;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>The 8th of march as international womens day has lost none of it&#8217;s relevance and urgency.<\/strong> That&#8217;s why it&#8217;s important for us that a broad variety of feminist actions are happening. Yet it&#8217;s important to question what is included under the label of \u201efeminism\u201c for example what perspectives are overlooked and what oppressive systems are ignored.<br \/>\nWe want to strengthen a radical leftist perspective of the 8th of march. That means to us to fight patriachal and racist structures, and other oppressive systems who are a structural component of the state and get constantly replicated upheld by the state.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/vimeo.com\/88535560\">Continue reading in English: http:\/\/vimeo.com\/88535560<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Der 8. M\u00e4rz als feministischer Kampftag hat f\u00fcr uns an seiner Dringlichkeit und Aktualit\u00e4t nichts verloren! <\/strong><\/p>\n<div class=\"hyphenate text\" lang=\"de\" style=\"text-align: justify\">Darum finden wir es wichtig, dass es an diesem Tag vielf\u00e4ltige feministische Aktionen gibt. Allerding muss auch immer hinterfragt werden, was unter dem Label \u201eFeminismus\u201c verstanden wird und welche Perspektiven und Herrschaftsverh\u00e4ltnisse mitgedacht oder eben ignoriert werden.Wir verstehen uns als Teil einer linksradikalen, queer-feministischen Szene, sind wei\u00df-deutsch, unterschiedlich betroffen von Diskriminierung bzw. priviligiert aufgrund der sozialen Klassen aus denen wir kommen (Klassismus), sind cis (also nicht trans), abled bodied (der k\u00f6rperlich\/geistigen Norm von \u201egesund\u201c weitestgehend entsprechend)und konnten alle auf die Uni gehen. <strong>Aus diesen Positionen heraus m\u00f6chten wir eine Kritik an manchen Aufrufenden zu dieser Demo und deren Verst\u00e4ndnis von \u201eFeminismus\u201c \u00e4u\u00dfern.<\/strong><br \/>\n<!--more--><br \/>\nWir wollen hier und heute eine linksradikal queerfeministische Perspektive auf den 8. M\u00e4rz stark machen. Das hei\u00dft f\u00fcr uns patriachale, rassistische und andere Machtverh\u00e4ltnisse, die auch immer durch den Staat getragen, erhalten und (re-)produziert werden, zu kritisieren, aufzubrechen, zu bek\u00e4mpfen.*Mit dem Begriff Patriachat soll die Herrschaft von M\u00e4nnern* \u00fcber Frauen* beschrieben werden. Oft wird dieser aber aus einer zweigeschlechtlichen, wei\u00dfen, akademischen Perspektive ge\u00e4u\u00dfert, bei der jedoch die zahlreichen unterschiedlichen Verwebungen von Herrschaftsverh\u00e4ltnissen nicht mitgedacht werden. Mehrfachdiskriminierungen von zum Beispiel Women of Color, der Zwang nach Zweigeschlechtlichkeit und kapitalistische Ausbeutungsverh\u00e4ltnisse werden unsichtbar gemacht. Patriachat steht aber immer in Beziehung mit anderen Machtverh\u00e4ltnissen und kann deswegen nur mit diesen zusammen gedacht und bek\u00e4mpft werden* *Parteien, die mit zu dieser Demo aufgerufen haben, sind Vertreter_innen des Staates. Der Staat &#8211; und damit auch alle Parteien \u2013 erhalten aber eben genau solche Machtverh\u00e4ltnisse aufrecht und legitimieren somit Unterdr\u00fcckung: Deutschlands Grenzen und die Festung Europa werden durch Staatspolitik aufrecht erhalten. Deutsche Kriegseins\u00e4tze werden mit dem vermeintlichen Eintreten f\u00fcr \u201eFrauenrechte\u201c legitimiert und damit Unterdr\u00fcckung von Frauen* als Problem der \u201eanderen Kulturen\u201c dargestellt. Durch die deutsche Vormachtstellung in den aktuellen Krisen und Nationalismus werden Bilder von \u201eselbstverschuldeter Verarmung\u201c hergestellt und aufrechterhalten. Das verdeckt, dass die entscheidend von Deutschland diktierte Sparpolitik die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der s\u00fcdlichen L\u00e4nder Europas systematisch niedrig h\u00e4lt, um den eigenen Wohlstand zu erhalten und ein \u201eWarnsignal\u201c an andere kriesenersch\u00fctterte Staaten zu senden. Damit bleibt ein m\u00f6rderischer, rassistischer, kolonialistischer, kapitalistischer Ist-Zustand bestehen, wird reproduziert und ausgedehnt.<\/p>\n<p>*Au\u00dferdem f\u00f6rdert der Staat aktiv die b\u00fcrgerliche, wei\u00dfe, heterosexuelle Kleinfamilie und damit bestimmte Rollenbilder und Klischees. Beispielsweise durch Gesetzgebungen werden Menschen, die nicht der zweigeschlechtlichen Schei\u00dfe entsprechen\/entsprechen wollen, systematisch und institutionalisiert diskriminiert.<\/p>\n<p>*Somit stehen f\u00fcr uns der Staat und Parteien einer linksradikalen, queerfeministischen, emanzipatorischen Perspektive entgegen*<\/p>\n<p>*Die wei\u00dfen akademisierten Teile der Queer-feministischen linksradikalen Szene, da schlie\u00dfen wir uns selbst mit ein, haben sich in den letzten Jahren zu wenig in die Vorbereitungen f\u00fcr einen 8.M\u00e4rz mit eingebracht und schaffen es h\u00e4ufig nicht aus ihrem dominanten wei\u00df-akademisierten Rumgekl\u00fcngele hinauszutreten.<\/p>\n<p>Gerade deswegen geht es uns hier nicht darum diese Demo zu bashen. Es ist wichtig feministische Inhalte auf die Stra\u00dfe und damit ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Eine derart gro\u00dfe und breite Demo zu organisieren ist verdammt viel Arbeit. Trotzdem haben wir uns \u2013 aufgrund der beschriebenen Kritikpunkte- dazu entschieden nicht direkt an der Demo teilzunehmen. Statt dessen wollten wir hiermit einige kritisch-solidarische Anmerkungen \u201efallen lassen\u201c*<br \/>\n<strong><br \/>\n*F\u00fcr einen Feminismus der Rassismen konsequent mitdenkt und reflektiert. In Solidarit\u00e4t mit Women in Exile und allen PoCs *<\/strong><\/p>\n<p>*F\u00fcr einen Feminismus, der Inter*- und Trans*-Positionen konsequent mitdenkt! In Solidarit\u00e4t mit dem Inter* und Trans* Block*<\/p>\n<p>*F\u00fcr einen Feminimus der sich mit dem FatupBlock und seinen Zielen solidarisch erkl\u00e4rt!*<\/p>\n<p>*F\u00fcr einen Feminimus, der sich solidarisch mit den Zielen und Aktionen des Sexarbeiter*innenBlocks erkl\u00e4rt*<\/p>\n<p>*Und in Solidarit\u00e4t mit allen emanzipatorischen Blocks auf dieser Demo, von denen wir zum Zeitpunkt des Schreibens noch nichts wissen*<\/p>\n<p>*F\u00fcr einen linksradikalen Feminismus, ohne Parteien, der alle Herrschafts- und Machtverh\u00e4ltnisse und den Staat bek\u00e4mpft*<\/p>\n<p>*F\u00fcr einen Queer-Feminismus jenseits von zweigeschlechtlichem Denken, der ALLE Formen von Sexualit\u00e4t mit einbezieht*<\/p>\n<p>*F\u00fcr eine linksradikale, queerfeministische Perspektive auf den 8. M\u00e4rz*<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">QUEER_FEMINISTISCHE AKTIONSGRUPPE<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statement &#8220;QUEER_FEMINISTISCHE AKTIONSGRUPPE&#8221; The 8th of march as international womens day has lost none of it&#8217;s relevance and urgency. That&#8217;s why it&#8217;s important for us that a broad variety of feminist actions are happening. 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