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Horst 25.07. (Dieses Lager steht im Zusammenhang mit dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen 1992)

Die Aktion in Horst ist in diesem Video zu sehen: Mahnwachen Nostorf-Horst – Google Drive

Am 25.07. machte unsere Bustour Halt in Horst in Mecklenburg-Vorpommern. Horst ist eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern. Einige Frauen von „Nina – women in action Hamburg“, wo wir die letzten vier Tage unserer Tour verbracht hatten, kamen mit uns. Das Lager liegt näher an Hamburg als an Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. Horst ist eine Erstaufnahmeeinrichtung, die mitten im Wald liegt, ohne dass ein Nachbarschaft in Sicht ist.

Die nächstgelegene Stadt ist von diesem Lager 7 Kilometer entfernt. Die Flüchtlinge wurden nach dem Pogrom, das sich vor 29 Jahren in Rostock-Lichtenhagen ereignete, hierher verlegt. Den rechtsradikalen und rassistischen Angriffen gab der Staat nach, bzw. Recht: Anstatt gegen den Faschismus und Rassismus in Rostock-Lichtenhagen zu arbeiten, sollten wir gehen, in Isolation leben und das Asylrecht wurde massiv verschärfen. Dieses neue Lager ist nun fast 30 Jahre alt, ohne dass sich etwas verbessert hätte. Und es wurden der „Asylkompromiss“ und das „Asylgesetz“ gemacht, wie wir sie heute kennen. Ziel dieser Gesetze war es, Flüchtlinge davon abzuhalten, nach Deutschland zu kommen. Ein Gesetz, das die diskriminierenden und rassistischen Alltagspraxen in eine strukturelle Form brachte.

Wir haben mit den Flüchtlingsfrauen, die im Lager in Horst leben, einen Workshop gemacht: „Von persönlichen Problemen zur politischen Aktion“. Von den Frauen erfuhren wir von den Misshandlungen und dem Rassismus, dem sie von innen und außen ausgesetzt sind. Viele von ihnen sind traumatisiert. Wir erfuhren, dass eine von ihnen vor zwei Wochen einen Suizidversuch unternahm. Die Polizei nahm sie mit, und seither haben die anderen sie nicht mehr gesehen und wissen nicht, ob sie tot ist oder noch lebt. Zwei Mütter mit kleinen Babys sind gezwungen, sich ein kleines Zimmer zu teilen. Sie meinten, einige Zimmer seien frei. Aber wenn sie darum bitten, getrennt zu werden, weigern sich die Malteser, ihnen ein Zimmer zuzuweisen. Eine junge Frau beschwerte sich darüber, dass sie zu wenig zu essen bekam, und als sie um eine zweite Portion bat, wurde sie vom Personal schlecht behandelt und beleidigt. Dies zeigt, wie gewinnorientiert die Unternehmen sind, die diese Lager betreiben. Die Menschen, die dort leben, sind ihnen völlig egal.


In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zwei Erstaufnahmeeinrichtungen, und viele der Lager werden von den Maltesern betrieben. Viele der Flüchtlinge, die wir getroffen haben, berichten von rassistischen Anfeindungen durch deren Mitarbeitenden, auch diejenigen, die aus Mecklenburg-Vorpommern in andere Städte wie Hamburg oder Berlin gezogen sind. Es gibt ein weiteres Problem: Die Flüchtlinge im Lager Horst können nicht in die nächste Stadt Lauenburg fahren, weil sie nicht in ihrem Landkreis liegt und für sie Residenzpflicht herrscht – ein Relikt aus der Kolonialzeit. Statt in die nächstgelegene Stadt müssen die Flüchtlinge also in das 7 Kilometer entfernte Boizenburg fahren. Hier zeigt sich der strukturelle, koloniale Rassismus bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Mit Gesetzen aus der Kolonialzeit sollen sie nicht nur isoliert werden, sondern auch völlig von der Gesellschaft abgeschnitten sein.

Eine Frau, die vor sechs Monaten aus den Lagern kam und bei der Übersetzung von Farsi half, erzählte uns von ihren Erfahrungen im Lager. Sie erzählte von ihrer Scham, als ein Sozialarbeitender ihr Zimmer betrat, ohne anzuklopfen, während sie nackt war. Nach dem Workshop schrieben wir Plakate mit Forderungen der Frauen an die Behörden und veranstalteten eine Kundgebung vor dem Lager. Die Plakate sollten die Behörden darauf aufmerksam machen, was sie von den Frauen ignorieren, z.B:
-Mitarbeitende der Malteser betreten die Zimmer ohne anzuklopfen
-Frauen mit Babys teilen sich ein Zimmer
-fehlende Privatsphäre, weil sich viele Familienmitglieder ein Zimmer teilen müssen
-Mangelnder Respekt vor der Privatsphäre der Frauen
-Essen, das nicht einmal für die Kinder ausreicht
-Diejenigen, die eine zweite Portion Essen wollen, werden abgewiesen und schlecht behandelt;


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