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Pressemitteilung 12.05.2020: Flüchtlingslager in Hennigsdorf in Dauer-Quarantäne von Women in Exile & unterstützt vom Flüchtlingsrat Brandenburg

„Das von den Frauen zu hören, hat uns sehr gestört und verärgert, vor allem, weil es jeweils zwei Zigaretten- und Biersorten gibt, aus denen man wählen kann. Deshalb haben wir uns entschieden, diese Sachen für die Frauen und Kinder zu besorgen und ihnen zu bringen“, so Madeleine Mawamba von Women in Exile e.V.

Als wir ihnen dies am letzten Freitag, den 8.5.2020 überbracht haben, haben sie sich sehr gefreut.

Nach Absprache mit dem dortigen Security Personal haben wir zum Abschluss ein Solidaritäts-Foto mit den Frauen drinnen und draußen sowie unseren Nachrichten und Wünschen gemacht und als wir aufbrechen wollten, mussten wir feststellen, dass die dortige Polizei uns den Weg versperrte. Das hat uns sehr überrascht, denn wir hatten allen Mundschutz auf und haben die 1,5m Abstandregelung eingehalten. Sie warfen uns vor eine unangemeldete Demonstration abgehalten zu haben und nahmen unsere Ausweise zur Identitätsfeststellung und unsere Bilder, die wir als Grüße für die Frauen mitgebracht hatten, als Beweismittel mit. Dies zog sich über zwei Stunden hin. Wir wurden beschuldigt gegen das Versammlungsgesetz verstoßen zu haben und zum Schluss bekamen wir einen Platzverweis bis zum nächsten Morgen und sollen nun auf Post warten.

Diese Kriminalisierung von Solidarität erleben wir zurzeit vermehrt. Auch vor anderen Lagern wie in Bad Belzig oder Doberlug-Kirchhain wurden solidarische Menschen, die den Flüchtlingen vor Ort geholfen haben von der Polizei gestoppt und verwarnt bzw. angezeigt.

Bei unserem Besuch dort haben wir erfahren, dass die Quarantäne für die dort lebenden Flüchtlinge ständig verlängert wird. „Es gibt Flüchtlinge, die bereits 2-mal negativ getestet wurden, aber dennoch in Quarantäne bleiben müssen und bleiben werden. Denn aufgrund der räumlichen Enge und der Gemeinschaftsunterbringung besteht permanent die Gefahr der Neuinfizierung. Wenn nur eine Person neu infiziert ist, sind alle Bewohner_innen des Hauses Kontaktpersonen. Dies bedeutet, dass die Flüchtlinge in den Unterkünften dem Virus schutzlos ausgeliefert sind und mit der permanenten Verlängerung der Quarantäne rechnen müssen. Bis jetzt sitzen die politisch Verantwortlichen alle Forderungen nach einer Änderung der Wohnbedingungen aus. Zunehmend müssen die Gerichte die Verwaltungen zwingen, zum Schutz der Betroffenen tätig zu werden und eine anderweitige, weniger gefährliche Unterbringung bereitzustellen.“, so der Flüchtlingsrat Brandenburg.

Wir fordern die dort lebenden Flüchtlinge in sichere Räume zu transferieren, wo sie die physischen Distanz-Regelungen einhalten können. Geeignet dafür sehen wir die zurzeit leerstehenden Ferienwohnungen und Hotels. Dies ist ein wichtiger Schritt, um eine Massenkatastrophe zu verhindern.

Außerdem zeigt uns diese Erfahrung wiedermal, dass unsere Forderungen nach

„Keine Lager für Frauen und Kinder! Alle Lager abschaffen!“

brandaktuell und höchst relevant sind!

Pressekontakt Women in Exile
Tel.: 01521 3070280

info@women-in-exile.net

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