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Die Sommer-Bustour ist vorbei – die Kämpfe gehen weiter!

Für Women in Exile & Friends war der Sommer aufregend. Wir konnten unsere eigenen Aktivitäten organisieren und uns denen anschließen, die von anderen Gruppen organisiert wurden.

Nach einer kurzen Pause nach der Bustour fuhren wir am 22.8. zu einer Solidaritätsaktion nach Rostock. Es ging darum, die neu gegründete Gruppe „Women in Exile Mecklenburg Vorpommern“ und die sie unterstützenden Gruppen beim Gedenken an den 29. Jahrestag des Pogroms in Rostock-Lichtenhagen zu unterstützen. Der Gedenkkundgebung folgte am gleichen Tag eine weitere Kundgebung in Horst. Die beiden Aktionen sollten den Zusammenhang des Pogroms mit der Entstehung des isolierten Lagers in Horst und den rassistischen, restriktiven, diskriminierenden Asylgesetzen von 1993 aufzeigen.

Wir konnten einen internen Workshop für die Frauen über den „Beckenbodens“ veranstalten. Dies war sehr hilfreich und lehrreich für uns und wir haben viele Dinge über unseren Körper gelernt, die wir vorher nicht wussten. Den ausführlichen Bericht über unseren Workshop können Sie hier lesen: Pelvic floor « Women in Exile & Friends (women-in-exile.net)

Zu unseren externen Workshops gehörte ein Empowerment-Workshop für Flüchtlingsfrauen in Berlin: „Vom persönlichen Problem zum politischen Aktivismus“. Hier stellten wir unsere Arbeit vor und diskutierten über die dringendsten Probleme, mit denen die Frauen konfrontiert sind. Wir haben versucht, gemeinsam Lösungen für Probleme wie die Wohnungssuche zu finden.

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Horst 25.07. (Dieses Lager steht im Zusammenhang mit dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen 1992)

Die Aktion in Horst ist in diesem Video zu sehen: Mahnwachen Nostorf-Horst – Google Drive

Am 25.07. machte unsere Bustour Halt in Horst in Mecklenburg-Vorpommern. Horst ist eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern. Einige Frauen von „Nina – women in action Hamburg“, wo wir die letzten vier Tage unserer Tour verbracht hatten, kamen mit uns. Das Lager liegt näher an Hamburg als an Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. Horst ist eine Erstaufnahmeeinrichtung, die mitten im Wald liegt, ohne dass ein Nachbarschaft in Sicht ist.

Die nächstgelegene Stadt ist von diesem Lager 7 Kilometer entfernt. Die Flüchtlinge wurden nach dem Pogrom, das sich vor 29 Jahren in Rostock-Lichtenhagen ereignete, hierher verlegt. Den rechtsradikalen und rassistischen Angriffen gab der Staat nach, bzw. Recht: Anstatt gegen den Faschismus und Rassismus in Rostock-Lichtenhagen zu arbeiten, sollten wir gehen, in Isolation leben und das Asylrecht wurde massiv verschärfen. Dieses neue Lager ist nun fast 30 Jahre alt, ohne dass sich etwas verbessert hätte. Und es wurden der „Asylkompromiss“ und das „Asylgesetz“ gemacht, wie wir sie heute kennen. Ziel dieser Gesetze war es, Flüchtlinge davon abzuhalten, nach Deutschland zu kommen. Ein Gesetz, das die diskriminierenden und rassistischen Alltagspraxen in eine strukturelle Form brachte.

Wir haben mit den Flüchtlingsfrauen, die im Lager in Horst leben, einen Workshop gemacht: „Von persönlichen Problemen zur politischen Aktion“. Von den Frauen erfuhren wir von den Misshandlungen und dem Rassismus, dem sie von innen und außen ausgesetzt sind. Viele von ihnen sind traumatisiert. Wir erfuhren, dass eine von ihnen vor zwei Wochen einen Suizidversuch unternahm. Die Polizei nahm sie mit, und seither haben die anderen sie nicht mehr gesehen und wissen nicht, ob sie tot ist oder noch lebt. Zwei Mütter mit kleinen Babys sind gezwungen, sich ein kleines Zimmer zu teilen. Sie meinten, einige Zimmer seien frei. Aber wenn sie darum bitten, getrennt zu werden, weigern sich die Malteser, ihnen ein Zimmer zuzuweisen. Eine junge Frau beschwerte sich darüber, dass sie zu wenig zu essen bekam, und als sie um eine zweite Portion bat, wurde sie vom Personal schlecht behandelt und beleidigt. Dies zeigt, wie gewinnorientiert die Unternehmen sind, die diese Lager betreiben. Die Menschen, die dort leben, sind ihnen völlig egal.

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Sommer-Bustour 21.07 – 04.08

Eine Gruppe von 40 Frauen und 18 Kindern aus Berlin/Brandenburg freut sich nach den Corona-Lockdowns auf unsere Sommer-Bustour. Wir werden dies auf eine Art und Weise tun, die versucht, uns alle vor Covid zu schützen.

Die Bustour wird in Potsdam mit einer Auftaktaktion am 21.07. um 11:00 vor dem Brandenburger Landtag mit einer Kundgebung gegen Lager und Rassismus beginnen. Seebrücke Potsdam organisiert mit uns die Demonstration. Jede*r ist herzlich eingeladen, mitzumachen und den Kampf für Bewegungsfreiheit, für die Abschaffung aller Lager und gegen Rassismus zu unterstützen. Wir wissen: Solidarität gewinnt. 

Am 4.8. werden wir wiederkommen und eine Kundgebung am Oranienplatz in Berlin abhalten. 2019 forderten wir den Oranienplatz für die Flüchtlingsbewegung mit unserem „Building Bridges Festival“ zurück. Deshalb werden wir unsere Tour dort mit einer Pressekonferenz und einem Essen beenden. Auch dort sind alle herzlich eingeladen, sich uns anzuschließen und von unseren Erfahrungen zu hören.

Wir werden uns auf der Tour nach Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern begeben. Wir werden die Lager besuchen, Demonstrationen gegen Rassismus und Lager machen, uns gegenseitig ermutigen und Empowerment-Workshops durchführen. Wir werden andere geflüchtete Frauen*, Gruppen und Einzelpersonen, die mit geflüchteten Frauen* arbeiten, ermutigen und uns mit ihnen vernetzen. Auf dieser Tour werden wir die Isolation, den Rassismus, den Sexismus, die Berichte über die Traumata derjenigen, die aus Angst vor Abschiebung schlaflose Nächte erleben, in die Öffentlichkeit tragen. Um dieses rassistische Lagersystem abzuschaffen, werden wir Grenzen brechen, die unsere Teilhabe verhindern und Brücken bauen, um uns mit anderen Gemeinschaften zu verbinden. Damit wir Flüchtlinge die Möglichkeit bekommen, selbst zu wählen, wo wir in Würde leben wollen.

Women in Exile & Friends machten schon häufig im Sommer Touren in verschiedene Bundesländer, um sich mit anderen geflüchteten Frauen* zu vernetzen, insbesondere mit denen, die im Lagersystem leben.
Wir bitten um Ihre finanzielle Unterstützung und Solidarität für unsere diesjährige Tour. Damit wir uns für das Empowerment von geflüchteten Frauen* einsetzen, die systematische Verletzung unserer Rechte an die Öffentlichkeit bringen und uns gemeinsam mit anderen Communities für eine offene und solidarische Gesellschaft einsetzen können. Alle Lager abschaffen! Bewegungsfreiheit für Alle!

FEMCON 2021!

Die Femcon 2021 (Feminist Connect) fand diesen Sommer wieder statt vom 25.-30.6. in Meuchfitz. Die Femcon ist ein feministisches Festival für und von geflüchteten Frauen, das von Women in Exile, NINA – Frauen in Aktion Hamburg, Flit Solidarity Africa und deren BIPoC und weißen Unterstützer*innen organisiert wird. Wir nutzen diesen Raum, um uns zu treffen, zu lernen, zu informieren, zu chillen und um Frauen kennenzulernen, die zum ersten Mal dabei sind.

Letztes Jahr fand dieses Fest wegen der Corona Pandemie in Hamburg in kleinerem Rahmen statt. Dieses Jahr kamen wieder rund 60 Frauen und Kinder in Meuchfitz zusammen und genossen die Natur mit einem vollen Programm an Empowerment-Workshops.
Ziel dieses Vernetzungstreffens ist es, Frauen, die von Rassismus negativ betroffen sind, einen Raum zu bieten, um sich auszutauschen, zu debattieren und politisches Wissen zu erwerben.

Einige der Workshops waren nicht nur empowernd, sondern auch lehrreich. Zum Beispiel „Decolonize Pflanzenheilkunde“ und „Deutsche Kolonialgeschichte“. Diese beiden Workshops waren insofern miteinander verbunden, als dass der Kolonialismus in der Vergangenheit und Gegenwart eine sehr große Rolle bei der Ausbeutung des globalen Südens spielt.

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Frauen* unterwegs gegen das Lagersystem und Rassismus 21.07. – 04.08.

Seit vielen Jahren machen Women in Exile & Friends Sommertouren in verschieden Bundesländer, um sich mit anderen geflüchteten Frauen* zu vernetzen, insbesondere mit denen, die in Lagern wohnen. Diesen Sommer werden wir nach Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern fahren.

Wir wollen geflüchtete Frauen* empowern, politisch aktiv zuwerden, um für ihre Rechte als Frauen* in dieser Gesellschaft zu kämpfen. Wir wollen uns auch mit der Frage der Öffnung politischer Strukturen für geflüchtete Frauen* beschäftigen. Unser politischer Kampf richtet sich vor allem gegen das Lagersystem. Wir glauben, dass die abgelegenen Gemeinschaftsunterkünfte als Katalysator für sexuelle Gewalt, Traumata und Depressionen wirken, die zu (versuchten) Suiziden führen.

Unsere Ziele:

  • Wir thematisieren öffentlich Isolation, Rassismus, Sexismus und Berichte über die Traumata derjenigen, die schlaflose Nächte aus Angst vor Abschiebung erleben.
  • Wir ermutigen und vernetzen uns mir Flüchtlingsfrauen* und Gruppen und Einzelpersonen, die mit Flüchtlingsfrauen* arbeiten.
  • Wir durchbrechen die Grenzen, die unsere Teilhabe verhindern. Wir bauen Brücken, die uns mit anderen Gemeinschaften verbinden.
  • Wir wollen wählen, wo wir in Würde leben.
  • Wir unterstützen und verbinden uns mit den Flüchtlingsfrauen*, die für das Recht ihrer Kinder auf Geburtsurkunden kämpfen.
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Die Erinnerung an unsere Schwester Rita wachhalten

Es ist nun zwei Jahre her, dass unsere Schwester Rita verschwand und ihr verkohlter Körper 200 Meter von Lager entfernt gefunden wurde, in dem sie 7 Jahre lang lebte. 

Rita, wir werden uns an Dich erinnern und für Deine Würde als Freundin, Flüchtlingsschwester und Frau kämpfen. Sich an dich zu erinnern ist einfach. Wir tun es jeden Tag, während wir weiterhin im Lager in Hohenleipisch leben. Das Trauma deines Todes lebt in uns. Es ist der Herzschmerz, dich verloren zu haben, der nicht vergehen wird. Immer wieder erinnern wir uns an die Umstände deines Verschwindens.
Einige von uns wissen, was Du durchgemacht hast, als Du darum gekämpft hast, einen Weg für eine würdige Zukunft für Dich und Deine Kinder zu finden. Man sagt, dass die Zeit heilt, aber weder Zeit noch Vernunft werden unsere Gefühle ändern, solange der oder die Täter frei sind. Einige mögen Dich vergessen, jetzt wo Du nicht mehr da bist. Aber wir als deine Freundinnen werden uns an Dich erinnern und die Erinnerungen an dich in Ehren halten.

Auch wir von Women in Exile and Friends werden dich in Erinnerung behalten und dafür kämpfen, dass der oder die Täter dieser abscheulichen Tat zur Rechenschaft gezogen werden. Jede Frau* in dieser Gesellschaft muss vor Femizid geschützt werden, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus.

Wir haben heute an dich gedacht, als wir eine dreiminütige Schweigeminute vor dem Lager in Hohenleipisch abhielten. Aber das ist nichts Neues, denn wir halten die Erinnerung an dich wach, während wir für „Kein Lager für Frauen und Kinder“ kämpfen! Wir halten die Erinnerung an dich wach, wenn wir die Prävention sexueller Gewalt gegen Flüchtlingsfrauen fordern. Wir haben gestern an dich gedacht, als wir zusammensaßen, um Wege zu planen, wie wir unsere Kundgebung trotz Covid Lockdown anmelden können. Und werden auch morgen an dich denken. Denn wir werden nicht akzeptieren, dass die verkohlten Überreste von Flüchtlingsfrauen zu kalten Fällen werden. Wir werden weiter nach Wahrheit und Gerechtigkeit suchen, während wir gegen Femizide kämpfen.

07.04.2021: Gerechtigkeit für Rita! Alle Lager Abschaffen!

Unser Antrag auf eine Kundgebung zum Gedenken an den Tag des Verschwindens unserer Schwester Rita, wurde von der Polizei abgelehnt. Der Grund war der hohe Anstieg der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Elber-Elster.

Für uns war und immer noch ist, das Gedenken an diesen Tag wegen der vielen unbeantworteten offenen Fragen rund um das Verschwinden und für unsere Kampagne „Kein Lager für Frauen und Kinder, Alle Lager Abschaffen!“ sehr wichtig. Wir werden nicht akzeptieren, dass sich Flüchtlingsfrauen einfach in Luft auflösen und als nächstes ihre verkohlten Überreste 200 Meter von diesen isolierten Lagern entfernt gefunden werden.

Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, einen Anwalt einzuschalten, um gegen den Ablehnungsbescheid Einspruch einzulegen. Die Zeit war zu diesem Zeitpunkt nicht auf unserer Seite. Trotzdem beschloss eine kleine Gruppe von uns, nach Hohenleipisch zu fahren, in der Hoffnung, dass das Gericht die Erlaubnis erteilen würde, eine Kundgebung vor dem Lager abzuhalten, bevor wir dort ankamen.

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Im Gedenken an Rita Ojunge

„Wenn jemand, den man liebt, zur Erinnerung wird, wird die Erinnerung zum Schatz.“ Deshalb laden wir euch alle ein, am 07.04.21 zur Gedenkkundgebung für Rita Ojunge in Hohenleipisch mitzumachen.

INTERNATIONALER FRAUENTAG 2021 IN COTTBUS!

Cottubus wir sind hier und wir sind viele!!

Während wir uns weiterhin darauf konzentrieren, Frauen zu einer vollen und gleichberechtigten Teilhabe an der globalen Entwicklung zu verhelfen, ist die Erinnerung an unsere Lieben, die diskriminiert und eliminiert wurden, noch frisch. Unsere Frage ist: „Wie werden wir eine gleichberechtigtere Zukunft für Frauen gestalten, während Flüchtlingsfrauen in den isolierten Lagern schweigend sterben, die Täter immer noch ihre Freiheit genießen und die Opfer keine Gerechtigkeit erfahren? SIND WIR KEINE FRAUEN?  

Wir fordern weiterhin Gerechtigkeit für Rita, die Fortführung der Ermittlungen und die Abschaffung aller Lager!

Wir brauchen eine angemessene Prävention, Strafverfolgung und Sanktionierung von Frauenmorden. Das Leben von Flüchtlingsfrauen zählt!!!

Aufruf zu unserer Aktion am 8.3.21 in Cottbus

May be an image of text that says 'Women in Exile and Friends ruft auf Am Internationalen Frauen (kampf) tag 8. März 2021 um 10h Demo in Cottbus Justice for Rita! Ni una menos Gerechtigkeit für Rita! Treffpunkt ist Cottbus Hauptbahnhof Nordseite Please bring mask and keep distance. AUDADAY JattafRita ABLELAGER AFFEN P LAGER'

Am 7. April 2019 verschwand unsere Schwester Rita Ojunge. Rita lebte mit ihren Kindern in einem Lager in Hohenleipisch, Brandenburg. Ritas Familie wollte wissen, was passiert war. Die Geflüchteten, die in dem Lager leben, forderten Gerechtigkeit für Rita und die Schließung des Lagers. Das Lager ist in einem sehr schlechten Zustand und absolut isoliert, umgeben von einem Wald

Die Polizei ließ viel Zeit vergehen, bevor sie Rita suchten. Erst zwei Monate nachdem Rita verschwunden war, begann die Polizei nach ihr zu suchen. Sie fanden die Überreste ihrer Leiche nur 200m vom Lager entfernt im Wald. Die rassistischen Verschleppungen in den Ermittlungen gehen weiter.

Jetzt, zwei Jahre nach Ritas Ermordung, könnte die Staatsanwaltschaft ihren Fall einstellen und das Lager in Hohenleipisch ist immer noch nicht abgeschafft.

Deshalb laden Women in Exile & Friends am 8. März, dem internationalen Frauentag, zu unserer antirassistischen und feministischen Demo in Cottbus ein. Der Treffpunkt wird am Cottbus Hauptbahnhof Nordseite um 10h sein.

Lasst uns Rita Ojunge gedenken und möge sie in vollkommenem Frieden und Kraft ruhen!

Lasst uns alle weiterhin Gerechtigkeit, die Fortsetzung der Ermittlungen und die Abschaffung aller Lager fordern!

Wir brauchen eine angemessene Prävention, Strafverfolgung und Sanktionierung von Feminiziden. Das Leben geflüchteter Frauen zählt!

Lasst uns zusammenkommen, viele sein und uns gegenseitig unterstützen!