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Offene Grenzen für alle!! Schafft alle Lager ab!!!

Seit dem Geflüchtete in Moria vor fünf Jahren im Lager leben, warnen Aktivist*innen und Migrant*innenselbstorganisationen vor einer unmenschlichen Zeitbombe der Unterbringung, die jede Minute explodieren könnte. Diese Warnungen wurden ignoriert. Die EU-Politiker*innen zogen wie üblich Verleugnungstaktiken vor. Dazu kriminalisieren sie Geflüchtete und schütteten Geld aus, so dass sie isoliert und als Gefangene in Moria festgehalten wurden. Dies soll eine starke und klare Botschaft an diejenigen sein, die versuchen oder darüber nachdenken, nach Europa zu kommen; dass die EU eine Festung ist!!!

Die Flüchtlinge, die in Moria leben, sind nicht nur von der Welt isoliert, sie durchleben auch alle Arten von Not im Herzen Europas. Selbst während der Corona-Pandemie hat sich für sie nichts geändert; soziale Distanzierung war für sie unmöglich. Das Lager Moria sollte ursprünglich 3.000 Flüchtlinge aufnehmen, trotz der entsetzlich unhygienischen Bedingungen, während in Wirklichkeit fast 13.000 hineingezwängt wurden. Ihr Überleben hing vor allem von humanitären Organisationen ab.

Beim Bau des Lagers wurden die grundlegendsten Bedürfnisse wie medizinische Versorgung, warmes Wasser oder Elektrizität nicht berücksichtigt. Die Bewohner von Moria ertrugen all diese Unannehmlichkeiten jahrelang und unabhängig von der Jahreszeit. Das Leben unter diesen Bedingungen ist traumatisch. Sie gehen für ein besseres Leben durch die Hölle. LGTB, Frauen und Kinder leiden zusätzlich unter dem mangelnden Schutz vor sexueller und physischer Gewalt. Kindern ist es nicht erlaubt, ihre Kindheit auszuleben.

Während Flüchtlinge Tage und Nächte auf der Strasse verbringen, streiten die Staaten der Europäischen Union darüber, wer wen und wie viele aufnimmt. Die Griechen bauen neue Zelte (für ein anderes Lager) und werfen gleichzeitig Tränengas in die Menge, um zu verhindern, dass sie sich zu sehr zerstreuen. Sie handeln als Grenzsoldaten der Festung Europa, anstatt menschenrechtskonform zu handeln.

Deutschland hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne. Die Bundesregierung will eindeutig nicht menschlich handeln, sonst sollte sie die Führung bei der Aufnahme dieser verletzlichen Menschen im Land übernehmen. Es ist an der Zeit, dass die Kommunen handeln, ohne die Bundesregierung zu konsultieren, wenn sie es wirklich ernst meinen, humanitär zu handeln und ihrem Motto der Solidarischen Städte gerecht zu werden.

Für uns, Women in Exile;

Wir wissen, wie es sich anfühlt, in Lagern ohne Privatsphäre zu leben, isoliert und sexuell und körperlich missbraucht zu werden. Wir wissen, dass ein Leben in Isolation für Menschen, die bereits schwer traumatisiert sind, katastrophal ist und ihre Gesundheit verschlechtert.

Es ist also unser Wunsch und unsere Hoffnung, dass alle Flüchtlinge, die im Alptraum Moria leben, aus dieser Situation herauskommen und unter menschenwürdigen Bedingungen untergebracht werden und nicht in andere Lager in Europa geschickt werden. LGTB, Frauen und Kinder brauchen besonderen Schutz und müssen endlich unter menschlichen Bedingungen leben, damit sie nicht wiederholt sexuell und körperlich misshandelt werden.

Wir fordern:

Das Lagersystem muss abgeschafft werden – europaweit! Flüchtlinge müssen menschenwürdig untergebracht werden! Recht auf Kommen, Recht auf Gehen und Recht zu Bleiben für alle! Keine Lager für Frauen und Kinder. Alle Lager abschaffen!

UNSER GESUNDHEITS-PROJEKT

In Gedenken an die ermordeten Menschen in Hanau: Antirassistische Demonstration in Potsdam

Am Samstag, den 22. August haben 600 Menschen in der Potsdamer Innenstadt gegen rassistische Gewalt demonstriert. Anlässlich des sechs Monate zurückliegenden rassistischen Anschlags in Hanau machten sie unter dem Motto „Erinnerung heißt verändern“ darauf aufmerksam, dass Geflüchtete und MigrantInnen auch in Brandenburg immer wieder rassistischen Übergriffen ausgesetzt sind. Aufgerufen hatten neben der Seebrücke Potsdam und dem Verein Opferperspektive mehrere migrantische Organisationen wie die Gruppe „Women in Exile“. Bundesweit gab es an diesem Tag Proteste, die größten sollten auf der zentralen Gedenkdemonstration in Hanau stattfinden, welche aufgrund der Entwicklungen der Corona-Zahlen verboten wurde.

Die Proteste knüpfen an die weltweiten Proteste gegen rassistische Gewalt an, die mit dem gewaltsamen Tod von George Floyd vor drei Monaten in den USA neuen Antrieb bekommen haben. Jane Wangari von der Brandenburger Gruppe „Women in Exile“ sagt: „Dank der weltweiten Black Lives Matter Bewegung wird Polizeigewalt endlich zum Thema. Auch in Deutschland. Geflüchtete und Migranten, die schon lange in Deutschland leben, erfahren jeden Tag rassistische Angriffe.“

Rassismus sei jedoch nicht nur ein Problem von Sicherheitsbehörden und Nazis, sondern komme aus der Mitte der Gesellschaft. „Der Rassismus spaltet unsere Gesellschaft seit Jahrhunderten, mit tödlicher Konsequenz“, so Wangari. Seit der Wiedervereinigung seien mindestens 82 Menschen aus rassistischen Motiven ermordet worden.

Auch in Brandenburg werden Geflüchtete und MigrantInnen immer wieder Opfer gewaltsamer Übergriffe. Vor kurzem starb Noël Martin, 24 Jahre nachdem er im brandenburgischen Mahlow von Nazis gejagt wurde und den Rest seines Lebens querschnittgelähmt war. Im Frühjahr 2019 verschwand die Geflüchtete Rita Awour Ojunge unter ungeklärten Umständen aus dem Lager in Hohenleipisch. Drei Monate später fand die Brandenburger Polizei ihre Leiche in einem nahegelegenen Wald. Sie lässt zwei kleine Kinder zurück. Dazu Jane Wangari: „Die Polizei verschleppt den Fall. Bis heute haben sich die Behörden nicht zu Ritas Tod geäußert. Es ist Zeit, dass wir Antworten bekommen.“

Die Demonstration verlieh den Forderungen der „Initiative 19. Februar“ aus Hanau Nachdruck: Die Hinterbliebenen müssten nicht nur direkt unterstützt werden, sondern es solle auch eine Stiftung gegründet werden, die sich der Aufklärung gegen Rassismus verschreibt. Die Demonstrierenden wandten sich auch an die Brandenburger Politik: Sie müsse rassistische Morde lückenlos aufklären. Übergriffe gegen Geflüchtete durch die Polizei müssten gestoppt werden. Die Politik solle Sammellager zugunsten einer menschenwürdigen Unterbringung auflösen.

Zum Aufruf der Demonstration:
https://www.facebook.com/events/brandenburger-tor-potsadam/antirassistische-demo-in-solidarit%C3%A4t-mit-blacklivesmatter-in-gedenken-an-die-erm/4119230368147776/

Kundgebung und Picknick in Wünsdorf Lager

Am 22.07. organisierten wir im Rahmen unserer Sommer-Aktionsbustour in Berlin und Brandenburg eine Kundgebung und ein Picknick vor dem Lager in Wünsdorf. Dies ist das gleiche Lager, in dem die Flüchtlinge nach 6 Stunden Abwesenheit vom Lager auf Korona getestet und direkt in Quarantäne geschickt werden, wo sie 3-5 Tage auf das Ergebnis warten müssen.

Der Ausfall des Soli Busses, den wir benutzen sollten, hat uns nicht abgeschreckt. Eine Gruppe von mehr als 20 von uns fuhr mit dem Zug zum Lager. Das Wetter war gut und viele Flüchtlinge schlossen sich der Kundgebung an, um die Bedingungen, unter denen sie leben, zu verurteilen, insbesondere die gemeinsame Nutzung der Räume auch mit denen, die im Verdacht stehen, sich mit Korona infiziert zu haben. Bei denjenigen, die auch nur kurz hinausgehen, werden Temperaturkontrollen durchgeführt, wodurch sie das Gefühl haben, im Gefängnis zu sein. Dies macht den Menschen Angst vor dem Ausgehen und zieht es vor, im Lager zu bleiben, weil sie nicht all diese Unannehmlichkeiten durchmachen wollen.

Während des Picknicks und der Kundgebung haben wir versucht, die Flüchtlinge von innen zu bitten, die „Regel der sozialen Distanzierung“ einzuhalten. Sie sagten, dass sie für sie nicht gilt und keinen Unterschied macht, weil sie nicht so tun können, als ob das Unterkunftskonzept selbst dies nicht zulässt sie solche Regeln zu halten. Die Frauen beschwerten sich darüber, dass ihre Kinder durch die Situation des Lockdowns traumatisiert werden. Trotz des Lockdowns durch die sozialen Distanzierungsregeln teilen sich ihre Familien immer noch Räume, in denen nicht genug Platz für alle vorhanden ist. Sie forderten, dass sie ausgezogen und in Würde untergebracht werden sollten, weil sie psychische Probleme bekommen, wenn sie ohne Perspektive in den Lagern sind.

„Kein Lager für Frauen und Kinder, Alle Lager abschaffen!!!“

Rassismus entwurzeln – Schweigen ist keine Option!

Vielleicht dachten die Einen, dass all die internationalen Demonstrationen der „Black Lives Matter-Bewegung“ bei der Polizei zu mehr Rassismus Sensibilität führten. Dem ist nicht so. Ich möchte zwei Vorfälle schildern, die zwei unserer Schwarzen Aktivistinnrn binnen einer Woche und in zwei verschiedenen Bundesländern widerfahren sind. Der erste geschah in Mecklenburg-Vorpommern und der andere in Brandenburg. 

Am 10.07. genoss unsere Aktivistin gemeinsam mit ihrer Familie einen Strandspaziergang an der Ostsee. Eine Polizistin ging direkt zu ihnen und fragte nach ihren Ausweispapieren. Glücklicherweise kennen wir als Women in Exile unsere Rechte. Also bat sie die Polizistin, zuerst die Menschen zu kontrollieren, an denen sie vorbei gegangen war und erst dann zu ihnen zurückzukommen. Die Polizistin antwortete darauf, dass sie sogar „Amerikaner*“ kontrollieren.  Und natürlich war es ganz klar, welche „Amerikaner“ sie kontrollieren oder meinen.

Die Frau aus unserer Gruppe sagte ihr, sie kenne ihre Rechte. Worauf die Polizistin weg ging.  Der zweite Vorfall ereignete sich in Doberlug-Kirchhain am 15.07. während unserer Kundgebung. Die Polizistin, die sehr kooperativ mit der Frau, die die Demonstration angemeldet hatte, gesprochen hatte, wollte die Ausweispapiere der Ordnerinnen sehen. Die Polizistin sah, wie unsere Schwarze Aktivistin ihren Ausweis aus ihrer Brieftasche zog. Aber noch bevor sie einen Blick darauf geworfen hatte, fing sie an, ihr zu sagen, es sei nicht ihr Ausweis. Sie können sich die Verwirrung vorstellen, wenn jemand versucht, Ihnen zu sagen, dass Sie nicht die Person sind, die Sie sind. Die einzige Frage, die im Moment herauskam war: „Was?!?“ Die Polizistin nahm den Ausweis und sagte, ok, Sie seien es, aber sie sähen aus wie ein Mann. Dann gab sie ihn entschuldigend zurück und ging. 

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Flyer Sommer-Aktion 2020

Die Coronapandemie mag uns zwar von Einigem abhalten, nicht aber
von unserem Aktivismus. Deshalb werden wir, wie jedes Jahr im
Sommer, auch in diesem protestieren, wobei wir auf die Regeln der
“sozialen Distanzierung” achten werden.

Unser Ziel ist es, zwei Abschiebelager (Anker) in Brandenburg zu
besuchen und die Frauen* und Kinder zu einem Picknick und einer
Kundgebung vor den Lagern einzuladen.

Daran schließt sich ein Workshop-Wochenende an, an dem leider nur wenige Frauen* unserer Gruppe teilnehmen werden, um darüber nachzudenken, wie wir unsere Arbeit trotz Corona fortsetzen können.

Ihr seid herzlich eingeladen, an unserer Bustour teilzunehmen, wir
haben noch 30 Plätze im Bus.

Die Tour ist offen für alle Geschlechter.

Bringt eure Masken mit und stellt euch bitte darauf
ein, die “Abstandsregeln” einzuhalten.

Zeitplan:

• 15.07- Doberlug-Kirchhain: Der Bus fährt um 10:45 Uhr vom
Oranienplatz ab.

• 22.7- Wünsdorf: Der Bus fährt um 10:45 Uhr
vom Oranienplatz ab.

Neue Coronarestriktionen für Geflüchtete in Wünsdorf

Wenn Alle versuchen, ein normales Leben zu beginnen, das nicht zu Depressionen und Traumata führt, stellt das DRK neue Regeln auf. Das DRK betreibt bundesweit mehrere Lager, und wir haben soeben aus Wünsdorf die Information Das DRK betreibt bundesweit mehrere Lager, und wir haben soeben aus Wünsdorf die Information Stunden außerhalb des Lagers einen Corona Test durchführen werden.

Diejenigen, die gegen diese Regeln verstoßen, müssen 3-5 Tage lang in Quarantäne, während sie auf die Ergebnisse warten. Der Corona Lock Down ist immer weiter geöffnet worden, verschiedene Bundesstaaten haben unterschiedliche Strategien entwickelt, um zu versuchen, eine Art „Normalität“ in ihrem Leben aufzubauen.

Das DRK setzt sich dafür ein, dass Flüchtlinge nicht in diese „Normalität“ einbezogen werden. Wenn die Unternehmen darum kämpfen, Menschen ohne Masken einkaufen zu lassen, können Geflüchtete in Wünsdorf offenbar nicht einmal ihre Anwält*innen besuchen.

Verwandelt das DRK die Lager langsam in offene Gefängnisse? Geflüchtete sind Erwachsene, die die Gefahren der Corona Pandemie kennen und wie alle anderen in der Gesellschaft für ihre Sicherheit verantwortlich sind. Anstatt Geflüchtete in Räumen einzusperren, in denen „soziale Distanzierung ein Privileg ist“, sollten sie aus den Lagern evakuiert und in Räumen untergebracht werden, in denen es möglich ist, soziale Distanzierung zu praktizieren und Bewegungsfreiheit zu haben.

Das ist der Grund, warum wir jetzt mehr denn je fordern:

„Kein Lager für Frauen und Kinder, alle Lager abschaffen“!!!

Lockdown in der Upstall Straße 13 – Brandenburg an der Havel

https://www.maz-online.de/Lokales/Brandenburg-Havel/Bewohner-in-Uebergangswohnheim-in-Brandenburg-an-der-Havel-positiv-auf-Corona-getestet

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Für die Flüchtlinge ist das Coronavirus-Drama noch nicht vorbei! Anstatt zu dem zurückzukehren, was andere als „normale Zeiten“ betrachten, und den Sommer wie alle anderen zu genießen, erhalten wir Berichte über eine Zwangsquarantäne in einem der Lager in Brandenburg an der Havel. Aus diesem Grund werden wir weiterhin für „Kein Lager für Frauen und Kinder, Aller Lager Abschaffen!“ und eine Realität des menschenwürdigen Lebens in menschenwürdigen Unterkünften kämpfen.

Was die Flüchtlinge betrifft, so scheinen in den letzten drei Monaten während des Lockdowns keine Lehren gezogen worden zu sein; was mit ihnen geschieht, spielt keine Rolle.  Am 11.06.20 wurde ein Bewohner eines der Lager in Brandenburg an der Havel, genauer gesagt an der Upstall Straße 13, positiv auf Covid-19 getestet. Alle Flüchtlinge in diesem Lager wurden in Quarantäne gesteckt, und einen Tag später wurden 3 weitere positiv getestet. In den nächsten 14 Tagen dürfen sie ihre Zimmer nicht verlassen, wie aus dem Video auf unserem Facebook ersichtlich ist:

https://www.facebook.com/Women-in-Exile-Friends-953605994710745/

Alle Flüchtlinge, etwa 300 von ihnen, wurden gezwungen, sich in ihren Zimmern einzuschließen. Die Gemeinschaftsküche wurde geschlossen, und sie bekamen kleine Elektroherde, die sie zum Kochen in ihren Zimmern benutzen konnten, was wir auch als nicht lebenssicher empfinden, zumal wir wissen, dass die Räume gemeinsam genutzt werden.

Sie müssen sich weiterhin die Bäder und Toiletten teilen und haben jeweils zwei Masken, aber kein Desinfektionsmittel. Außerdem benutzen die Männer und Frauen die gleichen Toiletten, und Hygienemaßnahmen werden gegenüber dem Covid 19 nicht berücksichtigt.

#Soziale Distanz ist ein Privileg: Bernburg Lager in Sachsen-Anhalt Covid-19, sexuelle Belästigung und Gewalt in den Lagern:

Der Lockdown ist für niemanden einfach. Für jeden Menschen, selbst für die die ein Zuhause haben, hat die Situation entweder das Beste oder aber das Schlechteste aus unseren Familien hervorgebracht. Seit der Covid-19 Pandemie wird die diskriminierende Realität in unserer Gesellschaft sichtbarer denn je, denn die weniger privilegierten Menschen müssen nun mit weit aus schlimmeren Lebenssituationen als vorher zurechtkommen: Isolierte Orte, wie Flüchtlingslager, müssen in überfüllte Räume, Badezimmer, Toiletten und Küchenräume leben, was insbesondere in diesen Zeiten ein enormes Problem ist. Frauen sind aufgrund der isolierten Situation noch zusätzlich und häufiger von sexuellen Übergriffen und Gewalt ausgesetzt!

Unten findet ihr einen schockierenden öffentlichen Brief einer Flüchtlingsfrau aus dem Bernburg Lager aus Sachsen-Anhalt. Die Frauen wollen ihre Probleme veröffentlichen, um endlich die Chance zu bekommen das Lager verlassen können.

„Wir sind (weibliche) afrikanische Einwanderer, die seit dem 24. April in …leben. Gegenwärtig kümmert sich der Verein für misshandelte, geschlagene, angegriffene und misshandelte Frauen um uns …  Seit wir hier sind, haben wir das Gefühl, dass wir wieder zum Leben erwachen, auch wenn wir weiterhin darum kämpfen, unsere früheren Traumata und die, die wir kürzlich in Halberstadt und Bernburg Saale durchmachen mussten, zu überwinden.

Die Geschichte, die wir Ihnen heute erzählen werden, ist die Geschichte, die wir, die Damen B, F, H, K, in Bernburg (Saale) erlitten haben, genauer gesagt im Teichweg 6, einem Heim für ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Am 22. April wurde Frau B von Herrn E, der im gleichen Heim wie wir wohnt, körperlich angegriffen. All dies war das Ergebnis von Missverständnissen oder Klatsch; Aus diesem Grund betrat Herr E in gewisser Wut ihr Zimmer und verprügelte sie ohne jegliche Erklärung. Sie hielt ihr eineinhalbjähriges Baby im Arm. Nach einem Hilferuf von Frau F. begaben sich alle Heimbewohner in das Zimmer des Opfers, wo wir versuchten, sie auf den Korridor hinauszuziehen, um sie vor den Händen ihres Gurus (Aggressor/Manipulator) zu schützen.

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Solidarische Grüße vom Frauenverband Courage an die Frauen von Women in Exile

Am 12.05.2020 erreichte uns die Presseerklärung von „Women in Exile“ über die unhaltbare Situation im Flüchtlingslager in Hennigsdorf, welches seit 4 Wochen unter Dauer Quarantäne gestellt wurde. Für die Frauen im Flüchtlingslager bedeutete das eine besondere Verschärfung ihrer Lage. Wegen des Ausgangsverbots können die Bewohner nicht selbst einkaufen. Es gibt vorgefertigte Einkaufslisten zum Ankreuzen. Auf diesen fehlen jegliche Hygieneartikel, die Frauen brauchen, wie Binden, Seife und Windeln. In einer beeindruckende Solidaritätsaktion brachten Frauen von Women in Exile die notwendigen Artikel zum Lager, um sie zu übergeben, Solidaritätsgrüße auszutauschen und Fotos zu machen – alles unter gebührenden Sicherheitsabständen und mit Mund-Nasen-Schutz. Die Polizei warf ihnen eine unangemeldete Demonstration vor, Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, sprachen Platzverweise aus und kündigte Post an.

Liebe Frauen von Women in Exile,

wir vom Frauenverband Courage senden Euch unsere solidarischen Grüße. Wir sind empört über den Umgang mit den Flüchtlingen im Lager von Hennigsdorf, besonders über die Situation der Frauen in dem Lager, der dauernden Verlängerung der Quarantäne ohne Schutz und menschenwürdige Versorgung für die Betroffenen.

Eure Aktion der Frauensolidarität muss Schule machen und wir weisen die Kriminalisierung von Euch durch die Polizei entschieden zurück, ebenso die Kriminalisierung anderer Helfer*innen wie in Bad Belzig oder Doberlug-Kirchhain.

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