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Menschenleben schützen! Massenunterkünfte auflösen! Wohnungen statt Lager!

Gemeinsame Pressemitteilung von

https://youtu.be/fHboyG-fTJU

We’ll Come United Berlin und Brandenburg

Flüchtlingsrat Berlin e.V.

AK Wohnungsnot

Unter Druck e.V.

Women in Exile e.V.

Selbstvertretung wohnungsloser Menschen /

Wohnungslosentreffen

Wohnungslosenparlament

Bündnis solidarische Stadt

Armutsnetzwerk e.V.

Berlin, 7. April 2020

Menschenleben schützen! Massenunterkünfte auflösen!

Wohnungen statt Lager!

Während zahlreiche Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung zum Schutz vor dem Coronavirus verordnet werden, leben zehntausende Menschen in Berlin in Geflüchteten-, Wohnungslosen- und Obdachlosenunterkünften, auf engstem Raum in Mehrbettzimmern, mit Gemeinschaftsbädern und/oder Gemeinschafts-Küchen: Mindestens 30.000 Wohnungslose1 wurden von den Bezirksämtern nach dem ASOG in prekäre Unterkünfte oft ohne jede Sozialbetreuung und Qualitätsstandards eingewiesen, weitere 20.0002 leben in Sammelunterkünften des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten LAF mit bis zu 500 Bewohnern. Kontakt- und Abstandsverbote einzuhalten ist in dieser Situation unmöglich. Hinzu kommen mehrere tau-send obdachlos auf der Straße lebende Menschen, die sich so gut wie gar nicht vor dem Virus schützen können. Auf der anderen Seite stehen derzeit fast alle 150.000 Betten in den 800 Hotels und Beherbergungsbetrieben in Berlin leer,3 hinzu kommen zahlreiche Ferienwohnungen sowie monatsweise vermietete möblierte „Businessappartements“.

Wir fordern die umgehende Unterbringung aller Wohnungs- und Obdachlosen in Wohnungen und Ferien- oder Businessappartements und die Auflösung von Massenunterkünften, in denen der Infektions-Schutz nicht umsetzbar ist.

Unsere Forderungen:

Sicheres und menschenwürdiges Wohnen statt Obdachlosigkeit und Sammellager – Sofortmaßnahmen

Obdachlose Menschen gehören aufgrund der Lebensbedingungen auf der Straße gesundheitlich stets zu den sogenannten Risikogruppen, ihre Situation hat sich durch die Corona-Pandemie erheblich verschärft: Berliner Notübernachtungen haben einen Aufnahme stopp oder die Zahl ihrer Plätze reduziert. Tageseinrichtungen für Wohnungslose schließen. Die Versorgung mit Lebensmitteln wird teilweise auf die Straße verlagert, die vorhandene Angebotsstruktur zerbröckelt. Für Menschen auf der Straße ist das eine enorme körperliche und psychische Belastung. Die kürzlich an zwei Standorten in Berlin geschaffenen 350 Plätze für obdachlose Menschen reichen für die vor Kurzem gezählten 2000 in Berlin sichtbar auf der Straße lebenden Menschen bei weitem nicht aus. In den Notquartieren der Kältehilfe kann sich das Coronavirus schnell ausbreiten – sie sind eine Gefahr für die Betroffenen und alle anderen.

https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/S18-22859.pdf

https://fluechtlingsrat-berlin.de/laf_belegungsstatistik_03april2020/

https://www.berlin.de/sen/wirtschaft/wirtschaft/branchen/tourismus/gastgewerbe-in-zahlen/

In Unterkünften für Wohnungslose und für Geflüchtete leben viele Menschen mit schweren Vorerkrankungen, ältere Menschen und Schwangere sowie Familien mit Kindern. Fremde Personen müssen sich ein Zimmer teilen. In Unterkünften mit gemeinschaftlichen Sanitäranlagen und Küchen ist die notwendige Hygiene und die Einhaltung von Abstandsregeln nicht möglich und die Ansteckungsgefahr erheblich.

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Covid-19 in Doberlug-Kirchhain – wir fordern die sofortige Schließung dieses Lagers

Es war eine Frage der Zeit und nicht ob das Coronavirus auch in Brandenburg den Weg in die Lager finden würde. Es wurden getrennte Container in den Lager aufgestellt und einige der Flüchtlinge wurden unter Quarantäne gestellt. Die ersten drei Fälle der Flüchtlinge, die in Doberlug-Kirchhain unter Quarantäne gestellt wurden, sind inzwischen positiv getestet worden. Die Flüchtlinge leben jetzt in Angst und Furcht um ihr Leben. Denn ihnen ist bewusst, dass sie nur wenig tun können, um zu verhindern, dass sie an Covid-19 erkranken.


Bisher sollen sie Masken tragen, jeder hat nur eine bekommen, weil sie im Moment nicht mehr haben. Sie dürfen immer noch in die Stadt gehen, wenn nötig, aber nur in einer Gruppe von zwei Personen. Sie wurden vor einer Geldstrafe gewarnt, wenn die Polizei feststellt, dass sie gegen das Gesetz über die soziale Distanz von 1,5 m verstoßen. Das Lager wird noch nicht als Ganzes unter Quarantäne gestellt, es sei denn, dass viele Flüchtlinge im Lager positiv getestet werden.


Organisationen, die mit Flüchtlingen arbeiten, fordern seit vielen Jahren die Schließung der Lager, und die Forderungen wurden seit der Pandemie verschärft. Pressemitteilungen verschiedener Organisationen in Berlin und Brandenburg und deutschlandweit haben sich auf die Schließung der Lager und die Verlegung der Flüchtlinge in alternative Räume konzentriert. Nach dem Eindringen der Polizei in das Lager in Suhl (Thüringen) war es für die Flüchtlinge offensichtlich, dass keine Lösung gefunden werden konnte. Eine räumliche Distanzanzierung ist durch die oft überfüllten Lager und die gemeinsame Nutzung von Badezimmer, Toiletten und Küchen oder Speisesäle nicht möglich.


Doberlug-Kirchhain sollte sofort geschlossen werden! Alle Lager schließen!!


Soziale Distanz ist ein Privileg

Obwohl das Corona-Virus bewiesen hat, dass es keine Rasse außer dem Menschen gibt. Wir sind uns immer noch bewusst, dass die Schutzmaßnahmen nicht für alle Menschen geeignet sind. In den Lagern ist es ganz offensichtlich, dass „Soziale Distanzierung ein Privileg“ ist. Deshalb ist unser „No Lager for Women and children! Abolish all lagers“ immer noch sehr präsent. https://www.fluechtlingsrat-brandenburg.de/wp-content/uploads/2020/04/PM_Unterbringung-von-Flüchtlingen-während-Corona-Pandemie.pdf

Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass es in den Lagern an Informationen in verschiedenen Sprachen mangelt. Nach dem Start unserer Video-Empowerment-Kampagne für Frauen, damit sie ihre Erfahrungen und die Situation, die sie im Moment durchleben, mitteilen können.

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Es liegt auf der Hand, dass es unmöglich ist, die Regeln der „sozialen Distanzierung“ einzuhalten, da in den Lagern soziale Einrichtungen wie Badezimmer, Toiletten und Küchen-/Esszimmer gemeinsam genutzt werden. Wir werden diese Informationen regelmäßig mit Ihnen teilen.

TROTZ ISOLATION VERBUNDEN

Video-Workshops

Wir, Women in Exile & Friends, werden uns gemeinsam mit den Frauen in den Erstaufnahmen und Gemeinschaftsunterkünften über die Corona-Krise austauschen, uns gegenseitig begleiten und empowern. Dies tun wir digital.

Das möchten wir tun:

  • Wir teilen in Telefongesprächen unser Wissen über kostenfreie und leicht zugängliche Möglichkeiten zu Videokonferenzen. Da es sehr oft kein Wlan in den Zimmern gibt, werden wir für die mobilen Daten der Frauen Geld benötigen.
  • Wir brechen die Isolation durch Wissensaustausch. Die Frauen lebten in den Lagern schon vor dem „social-distancing“ durch Corona in Isolation. Wir wollen uns empowern solide Informationen, Transparenz und Mitspracherechte von den Behörden einzufordern.
  • Wir tauschen uns aus über präventive Maßnahmen zur Verhinderung oder Verlangsamung der Verbreitung des Coronavirus. Auch wenn uns klar ist, dass dies in überfüllten Lagern ein Ding der Unmöglichkeit ist. Das Problem ist ein strukturelles und kann durch Händewaschen nicht gelöst werden. Rassismus und Massenunterbringung ist das Problem und das kann jetzt katastrophale Folgen haben.
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Internationaler Frauen(-kampf)tag 2020: „wir kämpfen gemeinsam“

Am Samstag, den 07. März sind wir gemeinsam mit unserem Bündnis in Potsdam auf die Straße gegangen, um den Internationalen Frauen(kampf)tag mit dem Motto „wir kämpfen gemeinsam“ zu feiern.

Die Aktivitäten des Tages waren vielfach und bunt, so wie unser Bündnis selbst. Wir hielten Reden, feierten und gedachten vergangenen Frauen*, Heldinnen, die durch Femizide oder Rassismus gestorben sind. Unsere Stimmen wurden laut durch die Ausrufe unserer Slogans, durch Tanz und Gesang.

Nach der Demonstration und der offiziellen Eröffnung unserer neuen Räumlichkeiten am 08. März möchten wir das Thema des diesjährigen Internationalen Frauentag „Generational Equality: Realisierung von Frauen*rechten“ aufgreifen und auch persönlich reflektieren.

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Eröffnung des neuen Raumes / Safe Space von Women* in Exile and Friends


Am Sonntag, den 8. März, haben wir in der Hermannstr. 22 feierlich unseren neuen Raum eingeweiht.


Die Feier began um 18.00 Uhr und Um 19.00 Uhr wurde das Einlass-Band durchgeschnitten, um den neuen Raum gemeinsam zu betreten, was einfach wunderbar war. Es gab eine Begrüßungsrede und ein großer Dank an alle, die an der Renovierung des Raumes und an der Organisation der Feier teilgenommen haben.


Dieser Raum stellt eine große Errungenschaft für die Aktivitäten unserer Organisation dar.

Die Einweihung wurde durch die Anwesenheit von Aktivistinnen, Frauen verschiedener Religionen, Freundinnen, Nachbarinnen und geflüchteten Frauen* aus verschiedenen Landkreisen von Berlin-Brandenburg hervorgehoben. Dieser neue Raum wurde in unserer Gruppe sehr willkommen geheißen. Er steht Flüchtlingsfrauen* aus Berlin-ndeBranburg sowie ihren Kindern als Treffpunkt und Lernraum offen.

Wir werden diesen Raum für unsere verschiedenen Treffen nutzen, interne als auch externe mit anderen Gruppen aus unserem anti-rassistischen und feministischen Netzwerk.

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Internationaler Frauentag

Die Geschichte des internationalen Frauentags wird in den verschiedenen Regionen aus unterschiedlichen Gründen gefeiert. Aus diesem Grund werden wir von Women in Exile and Friends auch dieses Jahr, wie jedes Jahr, mit anderen feministischen Gruppen die Straßen zurückerobern, weil wir viele sind, stark sind und zusammen kämpfen.

Wir schließen uns den Frauen, Lesben, Inter*, Trans* und nichtbinären Menschen auf der ganzen Welt an, gehen auf die Straße und kämpfen für unsere Rechte gegen alle Arten von Diskriminierung und Gewalt.

Wir leben in einer patriarchalischen Gesellschaft mit einer von Männern dominierten Struktur, in der Frauen sozial und politisch diskriminiert werden. Wir rufen an diesem Tag neben den Frauen auch feministische und solidarische Männer zur Teilnahme auf. Gemeinsam werden wir die Welt zu einem besseren Ort machen.

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PM „We fight together“ – Demonstration zum Internationalen Frauen* Tag

Zu unserer Demonstration am 07.03.2020 anlässlich des Internationalen Frauen* Tag laden wir Sie herzlich nach Potsdam ein. Der Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am Hbf Potsdam Nord / Babelsbergerstr. – von dort laufen wir über das Filmmuseum, Luisenplatz, Nauener Tor bis zum Platz der Einheit.

Wir von Women in Exile and Friends, werden am Samstag, den 7.3.2020 zusammen mit einem großen feministischen Bündnis unter dem Motto „We fight together“ in Potsdam auf die Straße gehen.

Wir sind viele und kämpfen zusammen: wir sind Flüchtlingsfrauen*, Schwarze Frauen* und Women* of Colour, Lesben, Inter*, Trans* und nichtbinäre Menschen und nutzen den Internationalen Frauen*Tag als Anlass um auf die Straße zu gehen und für unsere Rechte und gegen alle Arten von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen* zu kämpfen.

Wir werden auch laut gegen all die Ungerechtigkeiten, unmenschliche Behandlung und die physische Gewalt gegen Flüchtlinge, besonders Frauen* und Kinder an der türkisch-griechischen Grenze, während die Politiker_innen von beiden Seiten nur von Deals und Geld reden.

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VDAY – Schriften zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen & Mädchen

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Einladung zur„Testimonials from the uterus“ Film über die Gesundheitsfürsorge für geflüchtete Frauen

Am Freitag, 21. Februar 2020 um 19.30 Uhr geht es in unserem Geschichtssalon im Beginenhof Erkelenzdamm 51/ Gemeinschaftsraum – 10999 Berlin um ein aktuelles Thema: „Testimonials from the uterus“ Film über die Gesundheitsfürsorge für geflüchtete Frauen von und mit Women in Exile und u.a. mit Petra Bentz vom Feministischen FrauenGesundheitsZentrum e.V. in Berlin

In dem Film berichten drei Flüchtlingsfrauen über ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit ihren Gesundheitsproblemen und darüber, wie das Gesundheitssystem sie als Asylbewerberinnen behandelt. Auch Fachleute, die Flüchtlinge unterstützen, teilen ihre Überlegungen darüber, was es bedeutet, eine Nicht-Staatsangehörige zu sein um Zugang zum deutschen Gesundheitssystem zu erhalten. Der Film dauert etwa 30 Minuten und ist in deutscher Sprache, bzw. mit deutschen Untertiteln.

Frauen der Initiative von Women in Exile, die sich 2002 in Brandenburg gegründet hat, um für ihre Recht zu kämpfen, werden aus Potsdam zu uns kommen, den Film zeigen, über ihre Arbeit berichten und zur Diskussion zur Verfügung stehen (Moderation: Gisela Notz)

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