Stay in touch!

Wenn du auf unsere Unterstützer*in-Mailingliste möchtest, kannst du auf diesen  link unten klicken und dich/sich auf unserer Liste eintragen:

Unterstützer*in

Wenn du/Sie unsere Infomails bestellen möchtest/möchten, kannst du/können Sie auf den Link unten klicken und dich/sich auf unserer Liste eintragen: Infomails bestellen

Unterstützt uns

Wenn du an unserer Arbeit interessiert bist oder uns unterstützen willst, melde dich doch einfach!

Email: info(at)women-in-exile(dot)net

Geldspenden:
Spenden-Konto:
Women in Exile e.V.
IBAN: DE21430609671152135400
BIC: GENODEM1GLS (GLS Bank)
Spendenquittung für Einmalspenden bis 200 € zum selbst ausdrucken hier. Für das Ausstellen von Spendenquittungen benötigen wir Deine/Ihre Anschrift.

Danke!

Unsere Arbeit wird gefördert von:






Viral fonds

Like Us On Facebook

Facebook Pagelike Widget

Rassismus entwurzeln – Schweigen ist keine Option!

Vielleicht dachten die Einen, dass all die internationalen Demonstrationen der „Black Lives Matter-Bewegung“ bei der Polizei zu mehr Rassismus Sensibilität führten. Dem ist nicht so. Ich möchte zwei Vorfälle schildern, die zwei unserer Schwarzen Aktivistinnrn binnen einer Woche und in zwei verschiedenen Bundesländern widerfahren sind. Der erste geschah in Mecklenburg-Vorpommern und der andere in Brandenburg. 

Am 10.07. genoss unsere Aktivistin gemeinsam mit ihrer Familie einen Strandspaziergang an der Ostsee. Eine Polizistin ging direkt zu ihnen und fragte nach ihren Ausweispapieren. Glücklicherweise kennen wir als Women in Exile unsere Rechte. Also bat sie die Polizistin, zuerst die Menschen zu kontrollieren, an denen sie vorbei gegangen war und erst dann zu ihnen zurückzukommen. Die Polizistin antwortete darauf, dass sie sogar „Amerikaner*“ kontrollieren.  Und natürlich war es ganz klar, welche „Amerikaner“ sie kontrollieren oder meinen.

Die Frau aus unserer Gruppe sagte ihr, sie kenne ihre Rechte. Worauf die Polizistin weg ging.  Der zweite Vorfall ereignete sich in Doberlug-Kirchhain am 15.07. während unserer Kundgebung. Die Polizistin, die sehr kooperativ mit der Frau, die die Demonstration angemeldet hatte, gesprochen hatte, wollte die Ausweispapiere der Ordnerinnen sehen. Die Polizistin sah, wie unsere Schwarze Aktivistin ihren Ausweis aus ihrer Brieftasche zog. Aber noch bevor sie einen Blick darauf geworfen hatte, fing sie an, ihr zu sagen, es sei nicht ihr Ausweis. Sie können sich die Verwirrung vorstellen, wenn jemand versucht, Ihnen zu sagen, dass Sie nicht die Person sind, die Sie sind. Die einzige Frage, die im Moment herauskam war: „Was?!?“ Die Polizistin nahm den Ausweis und sagte, ok, Sie seien es, aber sie sähen aus wie ein Mann. Dann gab sie ihn entschuldigend zurück und ging. 

Pages: 1 2

Flyer Sommer-Aktion 2020

Die Coronapandemie mag uns zwar von Einigem abhalten, nicht aber
von unserem Aktivismus. Deshalb werden wir, wie jedes Jahr im
Sommer, auch in diesem protestieren, wobei wir auf die Regeln der
“sozialen Distanzierung” achten werden.

Unser Ziel ist es, zwei Abschiebelager (Anker) in Brandenburg zu
besuchen und die Frauen* und Kinder zu einem Picknick und einer
Kundgebung vor den Lagern einzuladen.

Daran schließt sich ein Workshop-Wochenende an, an dem leider nur wenige Frauen* unserer Gruppe teilnehmen werden, um darüber nachzudenken, wie wir unsere Arbeit trotz Corona fortsetzen können.

Ihr seid herzlich eingeladen, an unserer Bustour teilzunehmen, wir
haben noch 30 Plätze im Bus.

Die Tour ist offen für alle Geschlechter.

Bringt eure Masken mit und stellt euch bitte darauf
ein, die “Abstandsregeln” einzuhalten.

Zeitplan:

• 15.07- Doberlug-Kirchhain: Der Bus fährt um 10:45 Uhr vom
Oranienplatz ab.

• 22.7- Wünsdorf: Der Bus fährt um 10:45 Uhr
vom Oranienplatz ab.

Neue Coronarestriktionen für Geflüchtete in Wünsdorf

Wenn Alle versuchen, ein normales Leben zu beginnen, das nicht zu Depressionen und Traumata führt, stellt das DRK neue Regeln auf. Das DRK betreibt bundesweit mehrere Lager, und wir haben soeben aus Wünsdorf die Information Das DRK betreibt bundesweit mehrere Lager, und wir haben soeben aus Wünsdorf die Information Stunden außerhalb des Lagers einen Corona Test durchführen werden.

Diejenigen, die gegen diese Regeln verstoßen, müssen 3-5 Tage lang in Quarantäne, während sie auf die Ergebnisse warten. Der Corona Lock Down ist immer weiter geöffnet worden, verschiedene Bundesstaaten haben unterschiedliche Strategien entwickelt, um zu versuchen, eine Art „Normalität“ in ihrem Leben aufzubauen.

Das DRK setzt sich dafür ein, dass Flüchtlinge nicht in diese „Normalität“ einbezogen werden. Wenn die Unternehmen darum kämpfen, Menschen ohne Masken einkaufen zu lassen, können Geflüchtete in Wünsdorf offenbar nicht einmal ihre Anwält*innen besuchen.

Verwandelt das DRK die Lager langsam in offene Gefängnisse? Geflüchtete sind Erwachsene, die die Gefahren der Corona Pandemie kennen und wie alle anderen in der Gesellschaft für ihre Sicherheit verantwortlich sind. Anstatt Geflüchtete in Räumen einzusperren, in denen „soziale Distanzierung ein Privileg ist“, sollten sie aus den Lagern evakuiert und in Räumen untergebracht werden, in denen es möglich ist, soziale Distanzierung zu praktizieren und Bewegungsfreiheit zu haben.

Das ist der Grund, warum wir jetzt mehr denn je fordern:

„Kein Lager für Frauen und Kinder, alle Lager abschaffen“!!!

Lockdown in der Upstall Straße 13 – Brandenburg an der Havel

https://www.maz-online.de/Lokales/Brandenburg-Havel/Bewohner-in-Uebergangswohnheim-in-Brandenburg-an-der-Havel-positiv-auf-Corona-getestet

This image has an empty alt attribute; its file name is image-1-576x1024.png

Für die Flüchtlinge ist das Coronavirus-Drama noch nicht vorbei! Anstatt zu dem zurückzukehren, was andere als „normale Zeiten“ betrachten, und den Sommer wie alle anderen zu genießen, erhalten wir Berichte über eine Zwangsquarantäne in einem der Lager in Brandenburg an der Havel. Aus diesem Grund werden wir weiterhin für „Kein Lager für Frauen und Kinder, Aller Lager Abschaffen!“ und eine Realität des menschenwürdigen Lebens in menschenwürdigen Unterkünften kämpfen.

Was die Flüchtlinge betrifft, so scheinen in den letzten drei Monaten während des Lockdowns keine Lehren gezogen worden zu sein; was mit ihnen geschieht, spielt keine Rolle.  Am 11.06.20 wurde ein Bewohner eines der Lager in Brandenburg an der Havel, genauer gesagt an der Upstall Straße 13, positiv auf Covid-19 getestet. Alle Flüchtlinge in diesem Lager wurden in Quarantäne gesteckt, und einen Tag später wurden 3 weitere positiv getestet. In den nächsten 14 Tagen dürfen sie ihre Zimmer nicht verlassen, wie aus dem Video auf unserem Facebook ersichtlich ist:

https://www.facebook.com/Women-in-Exile-Friends-953605994710745/

Alle Flüchtlinge, etwa 300 von ihnen, wurden gezwungen, sich in ihren Zimmern einzuschließen. Die Gemeinschaftsküche wurde geschlossen, und sie bekamen kleine Elektroherde, die sie zum Kochen in ihren Zimmern benutzen konnten, was wir auch als nicht lebenssicher empfinden, zumal wir wissen, dass die Räume gemeinsam genutzt werden.

Sie müssen sich weiterhin die Bäder und Toiletten teilen und haben jeweils zwei Masken, aber kein Desinfektionsmittel. Außerdem benutzen die Männer und Frauen die gleichen Toiletten, und Hygienemaßnahmen werden gegenüber dem Covid 19 nicht berücksichtigt.

#Soziale Distanz ist ein Privileg: Bernburg Lager in Sachsen-Anhalt Covid-19, sexuelle Belästigung und Gewalt in den Lagern:

Der Lockdown ist für niemanden einfach. Für jeden Menschen, selbst für die die ein Zuhause haben, hat die Situation entweder das Beste oder aber das Schlechteste aus unseren Familien hervorgebracht. Seit der Covid-19 Pandemie wird die diskriminierende Realität in unserer Gesellschaft sichtbarer denn je, denn die weniger privilegierten Menschen müssen nun mit weit aus schlimmeren Lebenssituationen als vorher zurechtkommen: Isolierte Orte, wie Flüchtlingslager, müssen in überfüllte Räume, Badezimmer, Toiletten und Küchenräume leben, was insbesondere in diesen Zeiten ein enormes Problem ist. Frauen sind aufgrund der isolierten Situation noch zusätzlich und häufiger von sexuellen Übergriffen und Gewalt ausgesetzt!

Unten findet ihr einen schockierenden öffentlichen Brief einer Flüchtlingsfrau aus dem Bernburg Lager aus Sachsen-Anhalt. Die Frauen wollen ihre Probleme veröffentlichen, um endlich die Chance zu bekommen das Lager verlassen können.

„Wir sind (weibliche) afrikanische Einwanderer, die seit dem 24. April in …leben. Gegenwärtig kümmert sich der Verein für misshandelte, geschlagene, angegriffene und misshandelte Frauen um uns …  Seit wir hier sind, haben wir das Gefühl, dass wir wieder zum Leben erwachen, auch wenn wir weiterhin darum kämpfen, unsere früheren Traumata und die, die wir kürzlich in Halberstadt und Bernburg Saale durchmachen mussten, zu überwinden.

Die Geschichte, die wir Ihnen heute erzählen werden, ist die Geschichte, die wir, die Damen B, F, H, K, in Bernburg (Saale) erlitten haben, genauer gesagt im Teichweg 6, einem Heim für ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Am 22. April wurde Frau B von Herrn E, der im gleichen Heim wie wir wohnt, körperlich angegriffen. All dies war das Ergebnis von Missverständnissen oder Klatsch; Aus diesem Grund betrat Herr E in gewisser Wut ihr Zimmer und verprügelte sie ohne jegliche Erklärung. Sie hielt ihr eineinhalbjähriges Baby im Arm. Nach einem Hilferuf von Frau F. begaben sich alle Heimbewohner in das Zimmer des Opfers, wo wir versuchten, sie auf den Korridor hinauszuziehen, um sie vor den Händen ihres Gurus (Aggressor/Manipulator) zu schützen.

Pages: 1 2

Solidarische Grüße vom Frauenverband Courage an die Frauen von Women in Exile

Am 12.05.2020 erreichte uns die Presseerklärung von „Women in Exile“ über die unhaltbare Situation im Flüchtlingslager in Hennigsdorf, welches seit 4 Wochen unter Dauer Quarantäne gestellt wurde. Für die Frauen im Flüchtlingslager bedeutete das eine besondere Verschärfung ihrer Lage. Wegen des Ausgangsverbots können die Bewohner nicht selbst einkaufen. Es gibt vorgefertigte Einkaufslisten zum Ankreuzen. Auf diesen fehlen jegliche Hygieneartikel, die Frauen brauchen, wie Binden, Seife und Windeln. In einer beeindruckende Solidaritätsaktion brachten Frauen von Women in Exile die notwendigen Artikel zum Lager, um sie zu übergeben, Solidaritätsgrüße auszutauschen und Fotos zu machen – alles unter gebührenden Sicherheitsabständen und mit Mund-Nasen-Schutz. Die Polizei warf ihnen eine unangemeldete Demonstration vor, Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, sprachen Platzverweise aus und kündigte Post an.

Liebe Frauen von Women in Exile,

wir vom Frauenverband Courage senden Euch unsere solidarischen Grüße. Wir sind empört über den Umgang mit den Flüchtlingen im Lager von Hennigsdorf, besonders über die Situation der Frauen in dem Lager, der dauernden Verlängerung der Quarantäne ohne Schutz und menschenwürdige Versorgung für die Betroffenen.

Eure Aktion der Frauensolidarität muss Schule machen und wir weisen die Kriminalisierung von Euch durch die Polizei entschieden zurück, ebenso die Kriminalisierung anderer Helfer*innen wie in Bad Belzig oder Doberlug-Kirchhain.

Pages: 1 2

Flüchtlingslager in Hennigsdorf in Dauer-Quarantäne & unterstützt vom Flüchtlingsrat Brandenburg

Die in Hennigsdorf, in der Gemeinschaftsunterkunft Stolpe-Süd untergebrachten Flüchtlinge stehen seit 4 Wochen unter Quarantäne.

Heute am 12.05.2020 sollte diese offiziell für alle vorbei sein, jedoch wurde sie erneut bis zum 21.05. verlängert. Diejenigen, die positiv getestet waren, konnten bereits am 05.05. die Quarantäne verlassen.

Nachdem bei den ersten Testungen im April bereits 68 Bewohner_innen positiv auf Covid -19 getestet wurden, sind jetzt erneut 17 weitere der ca. 300 aktuell anwesenden Bewohner_innen positiv getestet worden.

Für uns ist das keine Überraschung, denn seit Ausruf der Pandemie, sagen wir, dass die Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge Brutkästen des Virus sind, da dort die physischen Distanz-Regelungen aufgrund der engen geteilten Zimmer, sowie den Gemeinschaftsräumen wie Bäder und Küchen, nicht umsetzbar sind.

Wir stehen in engem Kontakt mit den dort lebenden Flüchtlingsfrauen und sie berichteten uns von den katastrophalen Zuständen dort: Besuchsverbot, große Präsenz der Bundespolizei, kein Internet, Isolation durch Quarantäne.

Aufgrund des Ausgangsverbots haben die Bewohner_innen eine Einkaufsliste bekommen, auf der sie ankreuzen können, welche Lebensmittel sie benötigen. Neben einigen Lebensmitteln und Waschpulver gibt es jedoch keinerlei Sanitär-/ Hygieneartikel, die für Frauen und Kinder notwendig und ein normaler Bestandteil ihres Einkaufes sind. Die Frauen berichteten, dass ihnen Damenbinden, Babywindeln, Seife und Mundschutz fehlen.

Pages: 1 2

Covid- 19 Pandemie: #SocialDistanceIsAPrivilege – Einhaltung der Regeln zur Sozialen Distanz ist in Lagern eine Unmöglichkeit

Am 21.04.2020 erfuhren wir, dass im Lager in Hennigsdorf im Bezirk Oberhavel, 20 Flüchtlinge positiv auf den Corona Virus getestet wurden. Im selben Lager, nur einen Steinwurf von Berlin entfernt, wurden 300 Flüchtlinge unter Quarantäne gesetzt während sie nun getestet werden. Andere Lager, wie in der Zeppelinstr. in Potsdam und noch weitere in Berlin sind bereits unter dem Status der erzwungenen Quarantäne. Hennigsdorf ist nur ein Beispiel eines sogenannten „Übergangswohnheim“, in den Flüchtlingen eigentlich nur für einen kurzen Zeitraum bleiben sollen, um dann eigenen Wohnraum zu finden. 

In diesen sogenannten „Übergangswohnheim“ leben Flüchtlinge manchmal über 10 Jahre. Sie teilen sowohl ihr Zimmer, was nicht mehr als 6m² umfasst, als auch die Toiletten-, Duschräume und die Küche. Die meisten werden durch diese Situation depressiv und traumatisiert. Andere begehen Selbstmord, weil sie nicht mehr weiterwissen. Zusätzlich zu dem sind Frauen dort ohne Schutz und erfahren vermehrt körperliche Gewalt und sexuelle Übergriffe von Männern innerhalb und außerhalb dieser erzwungenen Gemeinschaftsunterbringung.

Der Mord aus dem letzten Jahr an unsere Schwester Rita berichtet genau davon (siehe unseren Artikel).

Continue reading Covid- 19 Pandemie: #SocialDistanceIsAPrivilege – Einhaltung der Regeln zur Sozialen Distanz ist in Lagern eine Unmöglichkeit

Covid-19 ist nicht die einzige Gefahr in den Lagern: Alle Lager Abschaffen!!!

#Combat Covid-19 + Combat Lagers!

#JusticeForRita

07.04.2020 – Erster Jahrestag des Verschwindens unserer Schwester Rita

Wir fordern immer noch „Gerechtigkeit für Rita“!!!

Vor einem Jahr, am 07.04.2019, wurde unsere Schwester Rita als vermisst gemeldet. Ihre Leiche lag nur 200 Meter von ihrem Lager in Hohenleipisch entfernt und dennoch hat die Polizei fast drei Monate gebraucht um sie zu finden. Weitere sechs Monate hat die polizeiliche Ermittlung gedauert, um den Mord an Rita zu bestätigen. Erst dann wurde Ritas Leiche für ihre Beerdigung an ihre Familie übergeben.

Bis heute gibt es keinerlei Informationen, was unserer Schwester zustoß. Rita war erst 32 Jahre alt, hinterließ zwei kleine Kinder und musste die letzten sieben Jahre ihres Lebens in dem Lager in Hohenleipisch verbringen. In dieser Zeit beschwerte sie sich mehrmals bei der Heimleitung über sexuelle Belästigung, jedoch wurden ihre Beschwerden durchgehend ignoriert.

Continue reading Covid-19 ist nicht die einzige Gefahr in den Lagern: Alle Lager Abschaffen!!!

Menschenleben schützen! Massenunterkünfte auflösen! Wohnungen statt Lager!

Gemeinsame Pressemitteilung von

https://youtu.be/fHboyG-fTJU

We’ll Come United Berlin und Brandenburg

Flüchtlingsrat Berlin e.V.

AK Wohnungsnot

Unter Druck e.V.

Women in Exile e.V.

Selbstvertretung wohnungsloser Menschen /

Wohnungslosentreffen

Wohnungslosenparlament

Bündnis solidarische Stadt

Armutsnetzwerk e.V.

Berlin, 7. April 2020

Menschenleben schützen! Massenunterkünfte auflösen!

Wohnungen statt Lager!

Während zahlreiche Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung zum Schutz vor dem Coronavirus verordnet werden, leben zehntausende Menschen in Berlin in Geflüchteten-, Wohnungslosen- und Obdachlosenunterkünften, auf engstem Raum in Mehrbettzimmern, mit Gemeinschaftsbädern und/oder Gemeinschafts-Küchen: Mindestens 30.000 Wohnungslose1 wurden von den Bezirksämtern nach dem ASOG in prekäre Unterkünfte oft ohne jede Sozialbetreuung und Qualitätsstandards eingewiesen, weitere 20.0002 leben in Sammelunterkünften des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten LAF mit bis zu 500 Bewohnern. Kontakt- und Abstandsverbote einzuhalten ist in dieser Situation unmöglich. Hinzu kommen mehrere tau-send obdachlos auf der Straße lebende Menschen, die sich so gut wie gar nicht vor dem Virus schützen können. Auf der anderen Seite stehen derzeit fast alle 150.000 Betten in den 800 Hotels und Beherbergungsbetrieben in Berlin leer,3 hinzu kommen zahlreiche Ferienwohnungen sowie monatsweise vermietete möblierte „Businessappartements“.

Wir fordern die umgehende Unterbringung aller Wohnungs- und Obdachlosen in Wohnungen und Ferien- oder Businessappartements und die Auflösung von Massenunterkünften, in denen der Infektions-Schutz nicht umsetzbar ist.

Unsere Forderungen:

Sicheres und menschenwürdiges Wohnen statt Obdachlosigkeit und Sammellager – Sofortmaßnahmen

Obdachlose Menschen gehören aufgrund der Lebensbedingungen auf der Straße gesundheitlich stets zu den sogenannten Risikogruppen, ihre Situation hat sich durch die Corona-Pandemie erheblich verschärft: Berliner Notübernachtungen haben einen Aufnahme stopp oder die Zahl ihrer Plätze reduziert. Tageseinrichtungen für Wohnungslose schließen. Die Versorgung mit Lebensmitteln wird teilweise auf die Straße verlagert, die vorhandene Angebotsstruktur zerbröckelt. Für Menschen auf der Straße ist das eine enorme körperliche und psychische Belastung. Die kürzlich an zwei Standorten in Berlin geschaffenen 350 Plätze für obdachlose Menschen reichen für die vor Kurzem gezählten 2000 in Berlin sichtbar auf der Straße lebenden Menschen bei weitem nicht aus. In den Notquartieren der Kältehilfe kann sich das Coronavirus schnell ausbreiten – sie sind eine Gefahr für die Betroffenen und alle anderen.

https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/S18-22859.pdf

https://fluechtlingsrat-berlin.de/laf_belegungsstatistik_03april2020/

https://www.berlin.de/sen/wirtschaft/wirtschaft/branchen/tourismus/gastgewerbe-in-zahlen/

In Unterkünften für Wohnungslose und für Geflüchtete leben viele Menschen mit schweren Vorerkrankungen, ältere Menschen und Schwangere sowie Familien mit Kindern. Fremde Personen müssen sich ein Zimmer teilen. In Unterkünften mit gemeinschaftlichen Sanitäranlagen und Küchen ist die notwendige Hygiene und die Einhaltung von Abstandsregeln nicht möglich und die Ansteckungsgefahr erheblich.

Pages: 1 2