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Das Gesundheitsmagazin ist jetzt online zugänglich!

Health Magazin

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Unser bemerkenswertes Gesundheitsmagazin ist jetzt online verfügbar, und mit nur einem Klick auf den obigen Link „Health Magazin“ haben Sie Zugang dazu. Man kann die gedruckten Exemplare jedoch dienstags ab Mittags in unserem Raum in der Hermannstr.22 Berlin erhalten oder uns eine E-Mail schicken.
Viel Spaß beim Lesen!

Heimbesuch Müncheberg Seelowerstraße am 2.10.20

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Das Lager an der Seelower Straße Müncheberg ist ein vierstöckiges Gebäude, das vom Internationalen Bund betrieben wird. Dieses Unternehmen ist der größte Akteur im Lagerbetreibenden Geschäft in Brandenburg. Von außen sieht es mit hellen Gemälden gut erhalten aus. Von innen ist es wie jedes andere Lager nicht um die Bewohner*innen, sondern um den Profit besorgt. Die Flüchtlinge teilen sich kleine Räume. Die einzigen drei Duschen für die Frauen befinden sich im ersten Stock, was bedeutet, dass jede Frau, auch die mit Kindern, auf und ab gehen muss, um die Dusche zu erreichen. Die drei Duschkabinen sind durch einen durchsichtigen Kunststoff abgetrennt, so dass es für die Frauen nicht möglich ist, während des Duschens Privatsphäre zu haben.

Es gibt keinen Mülleimer, sondern nur eine kleine Plastiktüte, die an der Türaufgehängt ist. Alle Männer gehen zum Duschen ins Erdgeschoss. Die zwei Herde in einem kleinen Raum werden von mehr als 20 Personen geteilt, von denen einige Familie haben. D.h. man muss warten, bis die Nachbar*innen mit dem Kochen fertig sind, denn die Küche reicht nur für zwei Personen gleichzeitig. Eine Frau, die aufgrund der Unterbringungssituation bereits depressiv erkrankt ist, lebt mit ihrem fünf Monate alten Baby in einem kleinen Zimmer. Das Zimmer reicht nur für ihr Einzelbett, das Kinderbettchen und einen Schrank. So bleibt nur ein kleiner Zwischenraum, um von einer Ecke in die andere zu gelangen. Um in die Küche und das Bad zu gelangen, muss sie wie die übrigen Bewohner*innen durch mehrere Türen gehen. Diese Türen sind geschlossen, und jede*r muss sie immer wieder öffnen. Eben auch Frauen und Kinder aus anderen Stockwerken, die zum Duschen in den ersten Stock kommen. Es gibt kein Konzept für Hygienevorschriften im Zusammenhang mit dem Covid-19-Virus, grade wo sich eine zweite große Infektionswelle anbahnt. Nur einige einfache Notizen gibt es, in denen erklärt wird, dass die Hände zwischen 20 und 30 Sekunden gewaschen werden sollten. Sie macht sich ständig Sorgen darüber, was aus ihr und ihrem Baby werden soll, obwohl sie eine junge, energische und gebildete Frau ist.

In unserer Kampagne #social distancing is a Privilege haben wir sehr deutlich gemacht, was es bedeutet, während der Corona-Pandemie in einem Lager zu leben. Es ist bedauerlich, dass die Behörden nicht die Notwendigkeit gesehen haben, zumindest die Lebensbedingungen der Flüchtlinge zu verbessern, insbesondere für die gefährdeten Gruppen, mit dem Ziel, die Lager vollständig zu schließen!

Ein kleiner Teaser auf unsere Forderungen und wer wir sind aus unserem Gesundheitsmagazin:

Abstands- und Hygieneregeln für W.i.e.&f – Treffen


1. Wenn du oder dein Kind Erkältungssymptome (Husten, Fieber, Hals-/ Gliederschmerzen, Durchfall….) habt, auf Covid 19 positiv getestet wurdet oder Kontakt zu jemandem hattet, der/die positiv getestet wurde, nehmt bitte nicht am Treffen teil

2. Halte einen Mindestabstand von 1,5 Meter ein
3. Wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, tragt bitte eine Maske
3. Innenräume sollten immer ausreichend belüftet werden
4. Niese oder huste in die Armbeuge oder in ein Taschentuch –  und entsorge das Taschentuch anschließend in einem Mülleimer
5. Hände 20 Sekunden waschen: a) wenn du von draußen kommst, b) nach dem Naseputzen/ Niesen/ Husten, c) bevor du in die Küche gehst, d) vor dem Essen, e) nach dem Toilettengang
6. Bitte benutze das bereitgestellte Desinfektionsmittel
7. Alle Teilnehmer*innen müssen ihren Namen und Kontaktdaten hinterlassen
8. Mit meiner Unterschrift bestätige ich, dass ich die Regeln gelesen und akzeptiert habe

Bleibt gesund!!

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Das Lager Moria brennt! Alle Lager abschaffen!

Vor einer Katastrophe in dem Lager in Moria haben viele Lagerbewohner*innen, Aktivist*innen und migrantische Organisationen seit Monaten gewarnt. Die Mahnungen wurden ignoriert. Die EU hat lieber gemütlich zugeschaut und versucht(!) die Menschen zu Statist*innen ihres dreckigen Abschreckungstheaters zu machen. Aber das werden sie nie schaffen! So ging letzte Woche das Freiluftgefängnis – ohne größere Verletzungen an Menschen! – in Flammen auf. Ein Ende mit dem Lagersystem! Jetzt redet die Presse von „Brandstifter*innen“. Haben sie sich jemals darüber Gedanken gemacht, wieso Menschen, die schon ein Mal ihr Leben riskiert haben, bereit sind erneut ihr Leben zu riskieren?

Viele sind stark traumatisiert und leiden an Depressionen, weil sie für ein besseres Leben durch die Hölle gehen mussten. Besonders LGTB und Frauen leiden zusätzlich, durch fehlenden Schutz vor sexueller Gewalt. Kinder dürfen ihre Kindheit nicht ausleben. Seit mehreren Tagen überleben sie vollkommen obdachlos auf der Straße.

Die Brandstifter*innen? Das sind die Schreibtischtäter der EU, das ist Seehofer und co. Denn seit Monaten, Jahren müssen Menschen in dem Lager in Moria leben. Ein Lager, dass für 3000 Menschen ausgerichtet ist, aber fast 13.000 Menschen reingequetscht werden. Dementsprechend existieren nicht im Ansatz ausreichend Sanitätshäuser, kein warmes Wasser, Strom oder Internet. Die Menschen müssen unter erschreckend unhygienischen Bedingungen, in luftigen Zelten, ganz gleich zu welcher Jahreszeit, leben. Endlose Schlangen, um auf Toilette zu gehen oder einzukaufen.

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UNSER GESUNDHEITS-PROJEKT

In Gedenken an die ermordeten Menschen in Hanau: Antirassistische Demonstration in Potsdam

Am Samstag, den 22. August haben 600 Menschen in der Potsdamer Innenstadt gegen rassistische Gewalt demonstriert. Anlässlich des sechs Monate zurückliegenden rassistischen Anschlags in Hanau machten sie unter dem Motto „Erinnerung heißt verändern“ darauf aufmerksam, dass Geflüchtete und MigrantInnen auch in Brandenburg immer wieder rassistischen Übergriffen ausgesetzt sind. Aufgerufen hatten neben der Seebrücke Potsdam und dem Verein Opferperspektive mehrere migrantische Organisationen wie die Gruppe „Women in Exile“. Bundesweit gab es an diesem Tag Proteste, die größten sollten auf der zentralen Gedenkdemonstration in Hanau stattfinden, welche aufgrund der Entwicklungen der Corona-Zahlen verboten wurde.

Die Proteste knüpfen an die weltweiten Proteste gegen rassistische Gewalt an, die mit dem gewaltsamen Tod von George Floyd vor drei Monaten in den USA neuen Antrieb bekommen haben. Jane Wangari von der Brandenburger Gruppe „Women in Exile“ sagt: „Dank der weltweiten Black Lives Matter Bewegung wird Polizeigewalt endlich zum Thema. Auch in Deutschland. Geflüchtete und Migranten, die schon lange in Deutschland leben, erfahren jeden Tag rassistische Angriffe.“

Rassismus sei jedoch nicht nur ein Problem von Sicherheitsbehörden und Nazis, sondern komme aus der Mitte der Gesellschaft. „Der Rassismus spaltet unsere Gesellschaft seit Jahrhunderten, mit tödlicher Konsequenz“, so Wangari. Seit der Wiedervereinigung seien mindestens 82 Menschen aus rassistischen Motiven ermordet worden.

Auch in Brandenburg werden Geflüchtete und MigrantInnen immer wieder Opfer gewaltsamer Übergriffe. Vor kurzem starb Noël Martin, 24 Jahre nachdem er im brandenburgischen Mahlow von Nazis gejagt wurde und den Rest seines Lebens querschnittgelähmt war. Im Frühjahr 2019 verschwand die Geflüchtete Rita Awour Ojunge unter ungeklärten Umständen aus dem Lager in Hohenleipisch. Drei Monate später fand die Brandenburger Polizei ihre Leiche in einem nahegelegenen Wald. Sie lässt zwei kleine Kinder zurück. Dazu Jane Wangari: „Die Polizei verschleppt den Fall. Bis heute haben sich die Behörden nicht zu Ritas Tod geäußert. Es ist Zeit, dass wir Antworten bekommen.“

Die Demonstration verlieh den Forderungen der „Initiative 19. Februar“ aus Hanau Nachdruck: Die Hinterbliebenen müssten nicht nur direkt unterstützt werden, sondern es solle auch eine Stiftung gegründet werden, die sich der Aufklärung gegen Rassismus verschreibt. Die Demonstrierenden wandten sich auch an die Brandenburger Politik: Sie müsse rassistische Morde lückenlos aufklären. Übergriffe gegen Geflüchtete durch die Polizei müssten gestoppt werden. Die Politik solle Sammellager zugunsten einer menschenwürdigen Unterbringung auflösen.

Zum Aufruf der Demonstration:
https://www.facebook.com/events/brandenburger-tor-potsadam/antirassistische-demo-in-solidarit%C3%A4t-mit-blacklivesmatter-in-gedenken-an-die-erm/4119230368147776/

Kundgebung und Picknick in Wünsdorf Lager

Am 22.07. organisierten wir im Rahmen unserer Sommer-Aktionsbustour in Berlin und Brandenburg eine Kundgebung und ein Picknick vor dem Lager in Wünsdorf. Dies ist das gleiche Lager, in dem die Flüchtlinge nach 6 Stunden Abwesenheit vom Lager auf Korona getestet und direkt in Quarantäne geschickt werden, wo sie 3-5 Tage auf das Ergebnis warten müssen.

Der Ausfall des Soli Busses, den wir benutzen sollten, hat uns nicht abgeschreckt. Eine Gruppe von mehr als 20 von uns fuhr mit dem Zug zum Lager. Das Wetter war gut und viele Flüchtlinge schlossen sich der Kundgebung an, um die Bedingungen, unter denen sie leben, zu verurteilen, insbesondere die gemeinsame Nutzung der Räume auch mit denen, die im Verdacht stehen, sich mit Korona infiziert zu haben. Bei denjenigen, die auch nur kurz hinausgehen, werden Temperaturkontrollen durchgeführt, wodurch sie das Gefühl haben, im Gefängnis zu sein. Dies macht den Menschen Angst vor dem Ausgehen und zieht es vor, im Lager zu bleiben, weil sie nicht all diese Unannehmlichkeiten durchmachen wollen.

Während des Picknicks und der Kundgebung haben wir versucht, die Flüchtlinge von innen zu bitten, die „Regel der sozialen Distanzierung“ einzuhalten. Sie sagten, dass sie für sie nicht gilt und keinen Unterschied macht, weil sie nicht so tun können, als ob das Unterkunftskonzept selbst dies nicht zulässt sie solche Regeln zu halten. Die Frauen beschwerten sich darüber, dass ihre Kinder durch die Situation des Lockdowns traumatisiert werden. Trotz des Lockdowns durch die sozialen Distanzierungsregeln teilen sich ihre Familien immer noch Räume, in denen nicht genug Platz für alle vorhanden ist. Sie forderten, dass sie ausgezogen und in Würde untergebracht werden sollten, weil sie psychische Probleme bekommen, wenn sie ohne Perspektive in den Lagern sind.

„Kein Lager für Frauen und Kinder, Alle Lager abschaffen!!!“

Rassismus entwurzeln – Schweigen ist keine Option!

Vielleicht dachten die Einen, dass all die internationalen Demonstrationen der „Black Lives Matter-Bewegung“ bei der Polizei zu mehr Rassismus Sensibilität führten. Dem ist nicht so. Ich möchte zwei Vorfälle schildern, die zwei unserer Schwarzen Aktivistinnrn binnen einer Woche und in zwei verschiedenen Bundesländern widerfahren sind. Der erste geschah in Mecklenburg-Vorpommern und der andere in Brandenburg. 

Am 10.07. genoss unsere Aktivistin gemeinsam mit ihrer Familie einen Strandspaziergang an der Ostsee. Eine Polizistin ging direkt zu ihnen und fragte nach ihren Ausweispapieren. Glücklicherweise kennen wir als Women in Exile unsere Rechte. Also bat sie die Polizistin, zuerst die Menschen zu kontrollieren, an denen sie vorbei gegangen war und erst dann zu ihnen zurückzukommen. Die Polizistin antwortete darauf, dass sie sogar „Amerikaner*“ kontrollieren.  Und natürlich war es ganz klar, welche „Amerikaner“ sie kontrollieren oder meinen.

Die Frau aus unserer Gruppe sagte ihr, sie kenne ihre Rechte. Worauf die Polizistin weg ging.  Der zweite Vorfall ereignete sich in Doberlug-Kirchhain am 15.07. während unserer Kundgebung. Die Polizistin, die sehr kooperativ mit der Frau, die die Demonstration angemeldet hatte, gesprochen hatte, wollte die Ausweispapiere der Ordnerinnen sehen. Die Polizistin sah, wie unsere Schwarze Aktivistin ihren Ausweis aus ihrer Brieftasche zog. Aber noch bevor sie einen Blick darauf geworfen hatte, fing sie an, ihr zu sagen, es sei nicht ihr Ausweis. Sie können sich die Verwirrung vorstellen, wenn jemand versucht, Ihnen zu sagen, dass Sie nicht die Person sind, die Sie sind. Die einzige Frage, die im Moment herauskam war: „Was?!?“ Die Polizistin nahm den Ausweis und sagte, ok, Sie seien es, aber sie sähen aus wie ein Mann. Dann gab sie ihn entschuldigend zurück und ging. 

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Flyer Sommer-Aktion 2020

Die Coronapandemie mag uns zwar von Einigem abhalten, nicht aber
von unserem Aktivismus. Deshalb werden wir, wie jedes Jahr im
Sommer, auch in diesem protestieren, wobei wir auf die Regeln der
“sozialen Distanzierung” achten werden.

Unser Ziel ist es, zwei Abschiebelager (Anker) in Brandenburg zu
besuchen und die Frauen* und Kinder zu einem Picknick und einer
Kundgebung vor den Lagern einzuladen.

Daran schließt sich ein Workshop-Wochenende an, an dem leider nur wenige Frauen* unserer Gruppe teilnehmen werden, um darüber nachzudenken, wie wir unsere Arbeit trotz Corona fortsetzen können.

Ihr seid herzlich eingeladen, an unserer Bustour teilzunehmen, wir
haben noch 30 Plätze im Bus.

Die Tour ist offen für alle Geschlechter.

Bringt eure Masken mit und stellt euch bitte darauf
ein, die “Abstandsregeln” einzuhalten.

Zeitplan:

• 15.07- Doberlug-Kirchhain: Der Bus fährt um 10:45 Uhr vom
Oranienplatz ab.

• 22.7- Wünsdorf: Der Bus fährt um 10:45 Uhr
vom Oranienplatz ab.