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2021 war für Women in Exile & Friends ein Jahr voller Aktivitäten!

Dank Ihrer/Eurer großzügigen Unterstützung, konnten wir die meisten Herausforderungen erfolgreich meistern – trotz Pandemie.

Ihre und Eure finanzielle Unterstützung hat uns dabei geholfen, unsere Kampagne „Keine Lager für Frauen und Kinder! Alle Lager Abschaffen! “voranzubringen. Wir machten die Bustour diesmal in den Norden Deutschlands mit dem Thema „Women* Moving Against Lagers and Racism” und konnten neue und alte Beziehungen zu den Frauen und Gruppen aufbauen und pflegen. Wir demonstrierten, organisierten workshops und unternahmen andere Aktivitäten, die wir mit Ihnen und Euch durch den Newsletter und unsere Infomails geteilt haben.

Wir unterstützten viele Flüchtlingsfrauen, indem wir sie an Asylverfahrensberatungen und Organisationen für medizinische Versorgung weiter verwiesen und teilweise auch dorthin begleiteten.

Die Frauen, die an unseren Empowerment Workshops teilnehmen, merken dass sie nicht alleine vor diesen Problemen stehen. Das hat ihnen Mut gemacht und die Kraft gegeben, die Situation zusammen an zu gehen und es nicht als ihre persönlichen Probleme wahrzunehmen.

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Hilf geflüchteten Frauen* unseren sicheren Raum zu erhalten

Zunächst möchten wir uns bei allen bedanken, die über diesen Raum weiterhin solidarisch für unseren Schutzraum in der Hermannstraße 22, Berlin gespendet haben.

Deshalb appellieren wir an Sie und alle anderen Wohlwollenden, auch dieses Jahr wieder zu spenden, um uns finanziell zu helfen, den Raum zu erhalten. Dieser Raum ist für die geflüchteten Frauen* in unserer Gruppe sehr wichtig geworden, vor allem für die, die in den abgelegenen Lagern in Brandenburg leben und für die, die in Berlin immer wieder auf die eine oder andere Weise Rat suchen. Es ist ein Treffpunkt, um sich auszutauschen, zu lernen und mit neuen Frauen* in Kontakt zu kommen.

Die Refugee Law Clinic (Berlin) trifft sich hier einmal in der Woche, um geflüchteten Frauen* aus Berlin und Brandenburg Rechtsberatung zu geben.

Bitte unterstützen Sie uns mit einer großzügigen Spende, damit wir den Raum weiter betreiben können.

Tag der Menschenrechte: Gebt die Handys zurück! Recht zu kommen, Recht zu gehen, Recht zu bleiben!

Bei unserer Kundgebung gegen Lager in Eisenhüttenstadt am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11. berichteten viele, dass ihnen beim Überschreiten der deutsch-polnischen Grenze in Frankfurt Oder von der deutschen Polizei die Handys abgenommen wurden. Flüchtlinge – auch Familien mit kleinen Kindern – die in Frankfurt Oder ankommen, werden, auch am späten Nachmittag, in ein Lager irgendwo weit weg in Deutschland geschickt. Einige mussten ohne Handy reisen. Die Wegnahme der Handys ist ein unverständlicher Eingriff in die Grundrechte. Flucht ist kein Verbrechen.

Deshalb haben wir uns entschlossen, an der deutsch-polnischen Grenze eine Aktion zu machen. Wir wollten uns mit den Flüchtlingen, die die Grenze überqueren, solidarisch zeigen. Begleitet wurden wir von unseren Freund*innen vom Haus des Wandels, der Seebrücke, dem Konvoi Potsdam und Anderen. Wir standen auf der Brücke zwischen Frankfurt Oder und Slubice und forderten: Offene Grenzen!

Heute feiern wir den Tag der Menschenrechte. Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Darin: das Recht auf Asyl.
Doch wer saß am Tisch, um die Definition eines Flüchtlings zu diskutieren?! Nur die Kolonialmächte und die wenigen dekolonisierten Länder wie Indien und Pakistan. Diese Definition war also darauf ausgelegt, uns vom Asylrecht auszuschließen oder uns als Illegalisierte der Überausbeutung preiszugeben.

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Aufruf zur Kundgebung gegen sexualisierte und rassistische Gewalt in Eisenhüttenstadt am 25.11. um 13:00 Uhr.

Am 25. November, dem „Internationalen Tag zur Beseitigung von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen*, laden Women in Exile&Friends, Haus des Wandels und andere lokale Initiativen zu einer Kundgebung in Eisenhüttenstadt vor der Erstaufnahmeeinrichtung in der Poststraße 72 um 13 Uhr ein.

Mit unserer Kundgebung wollen wir auf die Situation von Frauen* auf der Flucht und die Situation für uns in den Flüchtlingslagern aufmerksam machen. Auf diesen gefährlichen Routen sind Frauen und Queers systematisch Gewalt und sexueller Ausbeutung ausgesetzt. Wir erreichen mit körperlichen Beschwerden und Traumata die Auffanglager in Deutschland. Aber nicht nur die Fluchtroute, sondern auch die Lager sind keine sicheren Räume für Frauen*. Wir und unsere Kinder sind in diesen Lagern eine verletzliche Minderheit.

Auf unserer Kundgebung werden wir auch unserer Schwester Rita O. gedenken. Sie wurde vor drei Jahren brutal ermordet, während sie in einem Lager lebte. Bis heute ist das Verfahren nicht abgeschlossen, geschweige denn eine Anklage erhoben worden. Das Gewaltschutzkonzept hat nicht funktioniert und daran wird nicht weiter gearbeitet. Das beste Gewaltschutzkonzelt wäre aber: Keine Lager!

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Staatsanwalt nennt neue Details zum Tod einer Kenianerin

https://www.lr-online.de/lausitz/elsterwerda/fluechtlingsheim-hohenleipisch-staatsanwalt-nennt-neue-details-zum-tod-einer-kenianerin-60787111.html

Bis heute ist unklar, wie Rita O. zu Tode kam. 2019 lebte die damals 32-jährige Mutter im Asylbewerberheim Hohenleipisch. Flüchtlingsinitiativen erheben schwere Vorwürfe gegen Polizei und Staatsanwaltschaft. Letztere verwahrt sich dagegen und nennt neue Details.
Die Faktenlage ist auch nach mehr als zwei Jahren dünn. Im Juni 2019 wurden unweit des Asylbewerberheimes Hohenleipisch menschliche Körperteile gefunden. Einer DNA-Analyse zufolge sind sie zweifelsfrei der damals 32-jährigen Kenianerin Rita O. zuzuordnen, die im Heim lebte. Die Mutter von zwei Kindern, damals zwei und vier Jahre alt, war am 7. April als vermisst gemeldet worden.

Der Flüchtlingsrat Brandenburg, Women in Exile & Friends und die Opferperspektive e.V. wiederholen in einer gemeinsamen Presseerklärung erneut ihre schweren Vorwürfe gegen Polizei und Staatsanwaltschaft. „Bis heute ist das Verfahren nicht abgeschlossen, geschweige denn wurde Anklage erhoben. Es entsteht der Eindruck, dass die Ermittlungsbehörden kein Interesse an der Verfolgung der Tötung von Rita O. haben und dass eine Anklageerhebung staatlicherseits verschleppt wird, in der Hoffnung, der Skandal um ihre Tötung und die katastrophalen Ermittlungsarbeiten würde in Vergessenheit geraten.“


Flüchtlingsinitiativen kritisieren „schleppende Ermittlungen“ im Fall Rita O.
Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon von der Staatsanwaltschaft in Cottbus weist das zurück und sagt: „Wir haben alles getan. Das ständige Wiederholen der Vorwürfe ändert an den Tatsachen nichts.“

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Lagerbesuch und Frauencafé in Eisenhüttenstadt am 5.11.21

Wir haben ein „Frauencafé“ in Eisenhüttenstadt organisiert, nachdem Barnim für Alle zu einem Lagerbesuch in Eisenhüttenstadt aufgerufen hatte. Die evangelische Kirchengemeinde war so freundlich, uns dafür einen Raum zur Verfügung zu stellen.
Es war nicht möglich, das Lager zu betreten. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist das Lager für Besuchende geschlossen. Der Sicherheitsdienst am Tor sagte, wir könnten nur die Leute, die wir besuchen wollten, anrufen, damit sie nach draußen kommen.

Das war nicht einfach, aber es gelang uns, etwa 8 Frauen zu treffen, die seit 2 Tagen, einigen Wochen und einige seit mehr als drei Monaten im Lager leben. Eine junge Frau aus Afghanistan erzählte uns, sie sei seit drei Monaten im Lager und warte auf eine Verlegung. Sie erzählte uns, dass das Lager überfüllt ist. Wir sahen Zelte durch den Zaun und hörten von der Wiedereröffnung des ehemaligen Abschiebegefängnisses für Schlafplätze. Sie erzählte uns, dass mehr als 40 Personen in Quarantäne sind, und dass einige von ihnen nach 14 Tagen in Orte wie Bamberg oder München verlegt werden. Das sind die Ankerzentren, die wir bei unserer Sommertour 2016 besucht haben. Wir können uns also vorstellen, wie die Lebensbedingungen dort sind.

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Workshop zu Bluthochdruck mit Monika Fränznick (Feministisches Frauengesundheitszentrum) vom 2.10.2021

Die gefährlichste Folge von Bluthochdruck ist Herzinfarkt. Entgegen des sexistischen Mythos ist Herzinfarkt keine Männerkrankheit. Und weil es durch diesen Mythos bei Frauen zu selten oder spät erkannt wird, sterben doppelt so viele Frauen daran. Allgemein werden Frauen später behandelt und die Symptome verharmlost, bei Männern wird viel schneller reagiert. Es gibt eine Studie aus den USA in der festgestellt wurde, dass Männer in der Notaufnahme nach 30 Minuten behandelt werden, Frauen dagegen durchschnittlich 1:15 Stunden warten müssen. Die Symptome bei Frauen sind anders – bisher gibt es weniger Forschung dazu und zur Behandlung. Symptome sind z.b. Magen- und Rückenschmerzen.

Bluthochdruck haben 10-15% in Deutschland. Ab 50 Jahren hat jede dritte Frau Bluthochdruck, ab dem Alter von 60 Jahren jede Zweite. Vor den Wechselsjahren sind Frauen durch Hormone geschützt davor, danach steigt es rapide an. Menschen mit Bluthochdruck sterben statistisch gesehen 5 Jahre früher. Bluthochdruck kommt selten allein und es gibt ein sogenanntes metabolisches Symptom: Bluthochdruck + Diabetes + Übergewicht + Fettstoffwechsellösung = tödliches Quartett, dass sich gegenseitig verstärkt. Bluthochdruck ist dabei oft das Erste. Niedriger Bluthochdruck ist ungefährlich, auch wenn er mehr Symptome hat, die unangenehm sind. Hausmittel ist im kalten Wasserbecken marschieren. Oder Effortil nehmen.

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Die Sommer-Bustour ist vorbei – die Kämpfe gehen weiter!

Für Women in Exile & Friends war der Sommer aufregend. Wir konnten unsere eigenen Aktivitäten organisieren und uns denen anschließen, die von anderen Gruppen organisiert wurden.

Nach einer kurzen Pause nach der Bustour fuhren wir am 22.8. zu einer Solidaritätsaktion nach Rostock. Es ging darum, die neu gegründete Gruppe „Women in Exile Mecklenburg Vorpommern“ und die sie unterstützenden Gruppen beim Gedenken an den 29. Jahrestag des Pogroms in Rostock-Lichtenhagen zu unterstützen. Der Gedenkkundgebung folgte am gleichen Tag eine weitere Kundgebung in Horst. Die beiden Aktionen sollten den Zusammenhang des Pogroms mit der Entstehung des isolierten Lagers in Horst und den rassistischen, restriktiven, diskriminierenden Asylgesetzen von 1993 aufzeigen.

Wir konnten einen internen Workshop für die Frauen über den „Beckenbodens“ veranstalten. Dies war sehr hilfreich und lehrreich für uns und wir haben viele Dinge über unseren Körper gelernt, die wir vorher nicht wussten. Den ausführlichen Bericht über unseren Workshop können Sie hier lesen: Pelvic floor « Women in Exile & Friends (women-in-exile.net)

Zu unseren externen Workshops gehörte ein Empowerment-Workshop für Flüchtlingsfrauen in Berlin: „Vom persönlichen Problem zum politischen Aktivismus“. Hier stellten wir unsere Arbeit vor und diskutierten über die dringendsten Probleme, mit denen die Frauen konfrontiert sind. Wir haben versucht, gemeinsam Lösungen für Probleme wie die Wohnungssuche zu finden.

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Horst 25.07. (Dieses Lager steht im Zusammenhang mit dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen 1992)

Die Aktion in Horst ist in diesem Video zu sehen: Mahnwachen Nostorf-Horst – Google Drive

Am 25.07. machte unsere Bustour Halt in Horst in Mecklenburg-Vorpommern. Horst ist eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern. Einige Frauen von „Nina – women in action Hamburg“, wo wir die letzten vier Tage unserer Tour verbracht hatten, kamen mit uns. Das Lager liegt näher an Hamburg als an Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. Horst ist eine Erstaufnahmeeinrichtung, die mitten im Wald liegt, ohne dass ein Nachbarschaft in Sicht ist.

Die nächstgelegene Stadt ist von diesem Lager 7 Kilometer entfernt. Die Flüchtlinge wurden nach dem Pogrom, das sich vor 29 Jahren in Rostock-Lichtenhagen ereignete, hierher verlegt. Den rechtsradikalen und rassistischen Angriffen gab der Staat nach, bzw. Recht: Anstatt gegen den Faschismus und Rassismus in Rostock-Lichtenhagen zu arbeiten, sollten wir gehen, in Isolation leben und das Asylrecht wurde massiv verschärfen. Dieses neue Lager ist nun fast 30 Jahre alt, ohne dass sich etwas verbessert hätte. Und es wurden der „Asylkompromiss“ und das „Asylgesetz“ gemacht, wie wir sie heute kennen. Ziel dieser Gesetze war es, Flüchtlinge davon abzuhalten, nach Deutschland zu kommen. Ein Gesetz, das die diskriminierenden und rassistischen Alltagspraxen in eine strukturelle Form brachte.

Wir haben mit den Flüchtlingsfrauen, die im Lager in Horst leben, einen Workshop gemacht: „Von persönlichen Problemen zur politischen Aktion“. Von den Frauen erfuhren wir von den Misshandlungen und dem Rassismus, dem sie von innen und außen ausgesetzt sind. Viele von ihnen sind traumatisiert. Wir erfuhren, dass eine von ihnen vor zwei Wochen einen Suizidversuch unternahm. Die Polizei nahm sie mit, und seither haben die anderen sie nicht mehr gesehen und wissen nicht, ob sie tot ist oder noch lebt. Zwei Mütter mit kleinen Babys sind gezwungen, sich ein kleines Zimmer zu teilen. Sie meinten, einige Zimmer seien frei. Aber wenn sie darum bitten, getrennt zu werden, weigern sich die Malteser, ihnen ein Zimmer zuzuweisen. Eine junge Frau beschwerte sich darüber, dass sie zu wenig zu essen bekam, und als sie um eine zweite Portion bat, wurde sie vom Personal schlecht behandelt und beleidigt. Dies zeigt, wie gewinnorientiert die Unternehmen sind, die diese Lager betreiben. Die Menschen, die dort leben, sind ihnen völlig egal.

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Sommer-Bustour 21.07 – 04.08

Eine Gruppe von 40 Frauen und 18 Kindern aus Berlin/Brandenburg freut sich nach den Corona-Lockdowns auf unsere Sommer-Bustour. Wir werden dies auf eine Art und Weise tun, die versucht, uns alle vor Covid zu schützen.

Die Bustour wird in Potsdam mit einer Auftaktaktion am 21.07. um 11:00 vor dem Brandenburger Landtag mit einer Kundgebung gegen Lager und Rassismus beginnen. Seebrücke Potsdam organisiert mit uns die Demonstration. Jede*r ist herzlich eingeladen, mitzumachen und den Kampf für Bewegungsfreiheit, für die Abschaffung aller Lager und gegen Rassismus zu unterstützen. Wir wissen: Solidarität gewinnt. 

Am 4.8. werden wir wiederkommen und eine Kundgebung am Oranienplatz in Berlin abhalten. 2019 forderten wir den Oranienplatz für die Flüchtlingsbewegung mit unserem „Building Bridges Festival“ zurück. Deshalb werden wir unsere Tour dort mit einer Pressekonferenz und einem Essen beenden. Auch dort sind alle herzlich eingeladen, sich uns anzuschließen und von unseren Erfahrungen zu hören.

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